Die deutschen Autobauer haben den CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeuge 2010 leicht gesenkt. Bei den neu zugelassenen Personenwagen seien die Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid im Durchschnitt um drei Prozent zum Vorjahr zurückgegangen, lautet die Bilanz des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Die Senkung sei gelungen, obwohl der Anteil neu zugelassener Autos der Mittelklasse und oberen Mittelklasse im vergangenen Jahr im Vergleich zum Krisen- und Abwrackprämienjahr 2009 deutlich gestiegen sei. Dagegen sei der CO2-Ausstoß bei den Importfahrzeugen um 0,6 Prozent gestiegen. Damit seien die deutschen Hersteller "bei der CO2-Minderung schneller vorangekommen" als ihrer Konkurrenten im Ausland, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Mittwoch. Vergleicht man aber die absoluten Zahlen, liegen die Importeure immer noch deutlich vorn. Laut VDIK betrug der durchschnittliche CO2-Ausstoß der von den Mitgliedsunternehmen verkauften Modellen zuletzt 147,5 g/km, die der deutschen 152,4 g CO2/km (insgesamt 151,2 g/km). Es sei schon virtuos, wie Wissmann mit den Zahlen spiele, kommentierte Gerd Lottsiepen, beim Verkehrsclub Deutschland (VCD) für Verkehrspolitik zuständig, die VDA-Zahlen. Die deutsche Autoindustrie habe vielmehr zehn Jahre verschlafen. Noch 1998 habe sie sich im Chor der europäischen Hersteller verpflichtet, den CO2-Ausstoß der Neuwagen bis 2008 auf durchschnittlich 140 Gramm je Kilometer zu senken. Tatsächlich habe er am Ende des Zeitraums 20 Gramm darüber gelegen.
CO2-Wert: "Zahlenspielereien" beim VDA
Bei der CO2-Minderung kommen die deutschen Hersteller laut Verbandspräsident Wissmann schneller voran als ihre ausländischen Konkurrenten. In absoluten Zahlen liegen die Importautos aber deutlich besser. Kritiker sprechen daher von "virtuoser Zahlenspielerei".
Mario Wagner