87,5 Prozent der befragten Betriebe arbeiten laut einer Studie des Bundesverbands der Partnerbetriebe (BVdP) mit Betriebskosten, die auf Höhe der Stundenverrechnungssätze oder sogar darüber liegen. Das ist das Ergebnis der Analyse der so genannten Betriebsleistungseffizienz. Dabei werden alle pro Arbeitsstunde verursachten Kosten mit dem erzielten Stundenverrechnungssatz verglichen. Im Vergleich zu 2009 hat sich der Wert für die Betriebsleistungseffizienz bei den Partnerbetrieben im BVdP demnach deutlich verschlechtert (vgl. Grafik Infobox unten).
Laut Robert Paintinger, Geschäftsführer des BVdP, stieg die Zahl der Betriebe mit negativer Betriebsleistungseffizienz um 15 Prozent. Und dies obwohl viele Betriebe in den letzten Jahren massive Anstrengungen unternommen hätten, um ihre internen Prozesse zu optimieren und dadurch Kosteneinsparungen zu erzielen.
Doch die auch von Versicherern und Schadensteurern geforderten Prozessverbesserungen reichen offensichtlich nicht aus, die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit vieler Unternehmen abzusichern. "Einen Überschuss erwirtschaften Partnerwerkstätten heute überwiegend nur noch mit Ersatzteil- oder Materialmargen", so der BVdP in einer Pressemitteilung - zu wenig, um notwendige Investitionen zu tätigen.
ZKF-Bericht stützt Ergebnisse
Hauptgrund sind für den BVdP die in den letzten Jahren durch Schadensteuerer und Versicherungen stark unter Druck geratenen Stundenverrechnungssätze. Während die Kosten pro verkaufte Arbeitsstunde für die Partnerbetriebe in den letzten Jahren um 14 Prozent (ohne Material und Ersatzteile) gestiegen seien, stiegen die Stundenverrechnungssätze führender Schadensteuerer laut BVdP im gleichen Zeitraum nur um 5,4 (Lack) bzw. 7,7 (Karosserie) Prozent.
Gestützt werden die Ergebnisse der BVdP-Studie von Erhebungen des Branchenverbands Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF). Der weist in seinem Branchenbericht 2012 für seine Mitgliedsbetriebe eine durchschnittliche Bruttorendite von zwei Prozent aus. Angesichts der durch technische Weiterentwicklungen ständig erforderlichen Investitionen in die betriebliche Ausstattung und die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter ein zu dünnes Polster für die Zukunftssicherung der K+L-Betriebe. Der BVdP fordert darum eine substanzielle Verbesserung der Stundenverrechnungssätze für seine Partnerbetriebe. (fs)
- BVdP-Grafik: Betriebsleistungseffizienz (35.0 KB, IMAGE/GIF)