Rechtzeitig stoppen reicht nicht: Ob ein autonomes Fahrzeug von Fußgängern als Bedrohung wahrgenommen wird, hängt nicht nur davon ab, ob es früh genug anhält. Auch die Art des Bremsmanövers und die Position, an der das Auto zum Stehen kommt, spielen eine Rolle. Das zeigen erste Ergebnisse von Studien der Technischen Universität Chemnitz und der TU Berlin.
Für die Untersuchungen setzten die Wissenschaftler einen automatisierten Shuttlebus auf einem Campusgelände in Chemnitz ein. In einer der Studien wurde untersucht, wie Fußgänger auf unterschiedliche Geschwindigkeiten und Steuerungsarten reagieren. Dabei simulierten die Forscher drei Betriebsarten: automatisiertes Fahren, manuelle Steuerung und Fernsteuerung durch einen Menschen.
Die Begegnungen mit dem Fahrzeug beim Überqueren der Fahrbahn wurden von den Versuchspersonen insgesamt als sicher und angenehm empfunden. Mit steigender Geschwindigkeit nahm das Sicherheits- und Komfortgefühl allerdings leicht ab, während die Interaktion als effizienter wahrgenommen wurde. Ob das Fahrzeug automatisiert, manuell oder ferngesteuert unterwegs war, hatte dagegen keinen statistisch signifikanten Einfluss auf die Bewertung.
Fahrverhalten im Fokus
In einer zweiten Untersuchung ging es um das Bremsverhalten. Dabei variierten die Forscher sowohl den Bremsverlauf als auch den Abstand, in dem das Shuttle vor den Fußgängern zum Stillstand kam. Beide Faktoren beeinflussten das Sicherheitsempfinden deutlich. Für die Entwicklung autonomer Fahrzeuge kommt es demnach nicht allein darauf an, Kollisionen zu vermeiden. Auch das Fahrverhalten sollte so gestaltet sein, dass andere Verkehrsteilnehmer es als angenehm und berechenbar empfinden.
Die Ergebnisse sind bislang vorläufig. Die vollständige Auswertung läuft noch, eine Veröffentlichung in wissenschaftlichen Fachzeitschriften ist geplant. Aus den Erkenntnissen wollen die Forscher Empfehlungen für die Entwicklung künftiger autonomer Shuttlefahrzeuge ableiten.