Die wirtschaftliche Situation in Europa erfasst auch die exportstarke Branche der Werkstattausrüster. "Wir hatten einen sehr guten Start in das Jahr 2012. Im ersten Quartal konnten wir noch von dem Auftragseingang aus 2011 profitieren. Doch schon im zweiten Quartal nahm die Nachfrage nach Werkstattausrüstungsprodukten ab", schilderte Klaus Burger, Präsident des ASA-Verbandes, auf dem Jahrespressegespräch am Mittwoch die Situation der Mitgliedsbetriebe. "Die Auftragsbücher sind noch gut gefüllt. Für das nächste Jahr zeichnet sich jedoch eine Stagnation ab", so der ASA-Präsident.
Allerdings sieht Burger noch keinen Grund zur Sorge, denn die zurückliegende Automechanika in Frankfurt verlief für die ASA-Mitglieder sehr erfolgreich, was den Mitgliedern bis ins Jahr 2013 hinein eine gute Auftragslage sichern wird. Allerdings sieht der ASA-Präsident auch kritische Faktoren für 2013. "Wenn zu den sowieso schwachen Märkten in Südeuropa auch noch die Autoindustrie in Europa an Fahrt verliert, werden wir uns für das nächste Jahr eine Strategie zurecht legen müssen, wie wir mit Stagnation oder sogar einem leichten Rückgang umgehen werden", sagte Burger. Die Unsicherheiten bezüglich der Markteinführung des Kältemittels R 1234yf sowie die der neuen Abgasmessegeräte für die AU an Diesel-Fahrzeugen könnte einige Werkstattausrüster empfindlich treffen.
Bei der Weiterentwicklung der AU, an welcher der ASA-Verband aktiv mitwirkt, stehen mit dem Leitfaden 5, dessen Einführung für 2014 geplant ist, einige Veränderungen im Raum. Neue Abgasnormen, neue Messgeräte sowie eine weiter entwickelte OBD sind dabei Themen. Einige Änderungen bei der AU hat es schon in diesem Jahr gegeben: "Jeder der eine AU durchführt, ist seit dem 1. Juli dazu verpflichtet, anstelle der bisherigen Herstellervorgaben den Plakettenwert als Grenzwert heranziehen. Die Fahrzeughersteller und Importeure von Fahrzeugen wurden mit einem offiziellen Schreiben des Bundesverkehrsministeriums und auch über die Verbände VDA und VdIK aufgefordert, die Plakettenwerte an die Datenlieferanten zu liefern", sagte Harald Hahn, Leiter des ASA-Fachbereichs Diagnose.
Änderungen für Prüfstützpunkte
Mit der neuen HU-Richtlinie kommen auf die Prüfstützpunkte ebenfalls Änderungen zu. So sind die Bremsprüfstände den neuen Vorschriften anzupassen oder auszutauschen. Allerdings gilt hier noch einen Übergangsfrist bis 13.12.2019. Bei der Auslegung der neuen EN 1493:2010 für Hebebühnen kommt es zu unterschiedlichen Auslegungen in den Mitgliedsstaaten der EU. Dies kann dazu führen, dass gefährliche Konstruktionen im Markt angeboten werden.
Der Fachbereich Hebetechnik im ASA-Verband will sich nun im Rahmen der EGEA dafür einsetzen, dass die Norm EN 1493:2010 einheitlich ausgelegt wird. Begleitend dazu will man mit Broschüren Aufklärung bei diesem wichtigen, sicherheitsrelevanten Thema betreiben und zudem wird eine Branchenvereinbarung vorbereitet. (br)