Aktionstag der Ausbildung: Karrierewege im Handwerk

07.05.2012 08:15 Uhr
Bild v. li.: Wilhelm Hülsdonk (ZDK), Jörg Scharwald (Lueg AG), Katharina Somberg (Kfz-Mechatronikerin und derzeit in Ausbildung zur Automobilkauffrau, Lueg AG), Otto Kentzler (ZDH), Antonino Provitina, Robert Benholz und Sven Linsner (alle Azubis bei Lueg AG)
© Foto: asp

Deutsche Handwerksbetriebe verbessern stetig die Aufstiegsmöglichkeiten für den talentierten Nachwuchs. Aus gutem Grund: Der demografische Wandel bewirkt, dass viele Stellen unbesetzt bleiben. Die Kfz-Branche steht verhältnismäßig gut da.

Das deutsche Handwerk sorgt sich um den Nachwuchs. "Für die Betriebe wird die Fachkräftesicherung in diesem Jahr erneut schwierig", erklärte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) Otto Kentzler bei einem Pressegespräch am Freitag. Die Veranstaltung bei der Lueg Fahrzeug-Werke AG in Essen diente als Vorgeschmack auf den "Aktionstag Ausbildung" am heutigen Montag. Bei der Veranstaltungsreihe informieren u.a. die 53 deutsche Handwerkskammern über berufliche Möglichkeiten.

Die Branche scheint unter Zugzwang beim Wettbewerb um die Schulabgänger: Im Handwerk blieben im vergangenen Jahr 11.000 Stellen unbesetzt. Insgesamt wurden 2.370 Ausbildungsverträge weniger als im Vorjahr unterzeichnet, ergänzte der ZDH-Präsident. Viele Betriebe versuchten schon im zweiten oder dritten Jahr vergeblich, Auszubildende zu finden. Die Folge: Handwerksbetriebe begeben sich immer früher auf die Suche, damit sich die dringend benötigten künftigen Fachkräfte nicht anderweitig orientieren. Auch der ZDH hat reagiert und vor knapp zwei Jahren eine Imagekampagne ins Leben gerufen, um die Bedeutung des Handwerks für Gesellschaft und Wirtschaft herauszustellen sowie die Attraktivität der handwerklichen Ausbildung aufzuzeigen (wir berichteten).

Unterstützung fand der ZDH-Präsident bei Wilhelm Hülsdonk, Vizepräsident und Bundesinnungsmeister beim Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK). "Das Potenzial von Unternehmern kommt jeden Werktag auf zwei Beinen zur Tür rein", erklärte er. Das Kapital liege demnach nicht im Tresor einer Bank, sondern sei in den Köpfen und in den Fähigkeiten der Mitarbeiter zu finden. Bei der Nachwuchssuche profitiert das Kfz-Handwerk von seiner ungebrochenen Attraktivität, insbesondere bei jungen Männern.

Steigerung im Kfz-Gewerbe

Die Kfz-Branche steht demnach im Vergleich zum Gesamthandwerk auf einem stabileren Fundament: Die Zahl der unterschriebenen Ausbildungsverträge im Jahr 2011 (Stichtag 30. September 2011) habe auf 20.500 zugenommen, was einer Steigerung von fast zehn Prozent gegenüber Vorjahr gleichkomme. Insgesamt waren zum 31. Dezember 2011 knapp 91.000 Auszubildende im Kfz-Gewerbe beschäftigt, 3,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Kfz-Unternehmer zählen damit zu den größten Ausbildern im Handwerk.

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