Der rundliche und windschnittige Audi 80 (B3) brach 1986 mit den damals angesagten kantigen Konturen von Mercedes 190, BMW 3er (E30) und der Keilform des Alfa Romeo 75. Selbst Stardesigner Giorgio Giugiaro zeigte sich angetan, obwohl sein eigener Entwurf für die Ingolstädter Mittelklasse verworfen worden war. Gezeichnet wurde der Audi 80 von Designchef Helmut Warkuß, unterstützt vom Nachwuchstalent J Mays.
Aerodynamik als Erfolgsrezept
Mit einem für seine Zeit sensationell guten Luftwiderstandsbeiwert von cW 0,29 ließ der Audi 80, ebenso wie der 1987 nachgereichte Audi 90, die Konkurrenz alt aussehen. Auch bei Antriebstechnik und Produktqualität setzten die Ingolstädter Maßstäbe. Audi-Technikvorstand Ferdinand Piëch legte großen Wert darauf, dass die dritte Generation frei von den damals verbreiteten "Kinderkrankheiten" war. Entsprechend hart wurden die Modelle unter extremen Klimabedingungen getestet. Eine vollverzinkte Karosserie bot zudem wirksamen Schutz vor Rost. Zum Programm gehörten optionaler quattro-Allradantrieb, sparsame Turbodiesel und die dem Audi 90 vorbehaltenen Fünfzylinder-Benziner. Sogar TV-Detektiv Josef Matula wechselte 1987 in "Ein Fall für zwei" auf einen Audi 80.
Coupé, Cabrio und S2
Auf Basis der B3-Baureihe entwickelte Audi auch neue Coupés und Cabrios. Das Audi Coupé debütierte 1988 auf der Birmingham Motorshow, das Audi Cabriolet feierte ein Jahr später auf der IAA seine Weltpremiere. In Serie ging es allerdings erst 1991. Danach blieb das offene Audi-Modell bis ins neue Jahrtausend im Programm und fand mehr als 71.000 Käufer. Als technisches Meisterwerk galt der 1990 vorgestellte Audi S2 mit seinem 230 PS starken 20-Ventil-Fünfzylinder. Er machte selbst dem BMW M3 Konkurrenz. Bis Mitte der 1990er-Jahre verkaufte Audi knapp 70.000 Coupés.
Auch die Limousine traf den Geschmack der Kunden. Der 4,39 Meter lange Viertürer erreichte bereits im ersten Halbjahr 1987 Platz drei der deutschen Neuzulassungsstatistik. Nur Golf und Astra waren noch erfolgreicher. Innerhalb von fünf Jahren setzte Audi rund 1,3 Millionen Exemplare des B3 ab – ein Ergebnis, das Ferdinand Piëch zufriedenstellte.
40 Jahre Audi 80/Audi 90
Sicherheit und Premium-Anspruch
Mit dem Sicherheitssystem Procon-ten, das bei einem Unfall das Lenkrad aus dem Kopfaufschlagbereich zog und die Gurte straffte, setzte Audi zudem Akzente in einem Bereich, der zuvor vor allem von Volvo und Mercedes geprägt worden war. Vom teureren Audi 90 wurden mehr als 141.000 Einheiten verkauft. Dank des kombinierbaren quattro-Allradantriebs war der kernige Fünfzylinder sogar schneller als manche vergleichbaren Sechszylinder aus München und Stuttgart.
1991 folgte mit dem Audi 80 (B4) die nächste Generation. Auf die Bezeichnung Audi 90 verzichteten die Ingolstädter fortan. Dafür standen Fünfzylinder-Motoren nun breiter im Programm, und erstmals trat der Audi 80 auch als Kombi gegen BMW 3er Touring und Volvo 850 an. Damit hatte sich Audi endgültig als ernstzunehmender Player im Premium-Segment etabliert.