Montag, 27.05.2019
Verkehrsblatt IVW
13.03.2019

¬ Zu starke Konkurrenz

Infiniti verlässt Europa

Konkurrenz zu stark: Infiniti verabschiedet sich aus Westeuropa.
© Foto: Infiniti

Die japanische Premiummarke Infiniti zieht sich Anfang 2020 aus Westeuropa zurück. Der edle Nissan-Ableger will sich stattdessen nach eigenen Angaben auf Nordamerika und China konzentrieren. Auch in Wachstumsmärkten Osteuropas und im Nahen Osten sollen die Fahrzeuge der Marke weiterhin verkauft werden.

Für die Infiniti-Halter in Westeuropa soll das Kundengeschäft – einschließlich Fahrzeugservice, Wartung und Garantiereparaturen – aufrechterhalten werden, wie das Unternehmen am Dienstag ankündigte. Gemeinsam mit den Händlern werde man an einem Ausstieg aus dem aktuellen Franchise-Vertrag arbeiten und dabei die notwendige Unterstützung und Leistungen für einen reibungslosen Übergang bieten, hieß es.

In Deutschland gibt es zehn Infiniti-Zentren, hauptsächlich in Metropolen wie Berlin, Hamburg, München oder Frankfurt. Einige Betriebe hatten zuletzt in neue Showrooms investiert. Hinzu kommen bundesweit 28 Servicepartner.

Infiniti war 1989 gegründet worden. Zunächst verkauften die Japaner ihre Modelle in den USA und Kanada. Dort traten Ende der 80er mit dem Toyota-Ableger Lexus und Acura von Honda zwei weitere japanische Marken an, den schwächelnden US-Premiummarken Marktanteile abzujagen. Von Herbst 2008 an erfolgte die Einführung in Europa, wo man es mit den Premium-Platzhirschen Audi, BMW, Mercedes, Jaguar und Co. aufnehmen wollte, die hierzulande jedoch deutlich stärker sind als in den USA.

Ohne Fortune trotz schwäbischer Hilfe

Für mehr als eine Nischenrolle reichte es bei Infiniti nicht: In Deutschland wurden im Gesamtjahr 2018 gerade einmal 762 Neuwagen verkauft. Am erfolgreichsten war man 2016 mit knapp 2.200 Einheiten. Topmodell hierzulande war zuletzt der kompakte Q30, der auf der Mercedes A-Klasse basiert. Gemeinsam mit dem Mercedes-GLA-Derivat QX30 wird er zurzeit im britischen Sunderland für den Weltmarkt gebaut – eine Fortsetzung der Produktion über 2019 hinaus wird es nicht geben.

Das übrige Modellangebot deckt die klassischen Business- und Luxussegmente ab, ein besonderer Schwerpunkt liegt auf SUV. Bekanntheit erlangte die Marke in Deutschland darüber hinaus durch ihr Formel-1-Engagement bei Sebastian Vettels Red-Bull-Team.

Erst zu Jahresbeginn hatte Christian Meunier den Infiniti-Chefsessel von Roland Krüger übernommen (wir berichteten). Der bisherige Vertriebsmanager muss nun die Restrukturierung der Marke managen. Im Fokus steht dabei die Elektrifizierung des Produktportfolios, das erste E-Modell von Infiniti soll 2021 starten. Gleichzeitig nehmen die Japaner Dieselmodelle komplett aus dem Programm. In Nordamerika will man sein SUV-Line-up weiter ausbauen, für China sind mittelfristig fünf neue Fahrzeuge geplant. Verbesserungen bei Vertrieb und Restwerten sowie Synergieeffekte mit dem Mutterkonzern Nissan sollen Infiniti nachhaltig im Premium-Segment etablieren. (SP-X/hh/rp)

 
 

Copyright © 1999 - 2019 by AUTO SERVICE PRAXIS Online (Foto: Infiniti)

 


 
Zurück Artikel drucken Kommentar abgeben Heft-Abo
 
 
 

Kommentar verfassen

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

24.05.2019

¬ Elektroautos

Scheuer will Prämie deutlich anheben

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will die staatliche Prämie für den Kauf von Elektroautos verlängern und deutlich erhöhen. ¬ mehr

24.05.2019

¬ Verbraucherklage

VW erwartet Mammutverfahren

Der Autobauer stellt sich nach der bundesweit ersten Musterfeststellungsklage im Diesel-Skandal auf einen langwierigen Prozess ein. Eine Feststellung möglicher individueller Schadenersatzansprüche sieht VW nicht vor 2024. ¬ mehr

Kfz-Gewerbe Niedersachsen-Bremen

Kontinuität an der Spitze

Bei der Mitglieder- und Delegiertenversammlung des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen wurde die Führungsmannschaft um Verbandspräsident Karl-Heinz Bley einstimmig wiedergewählt. ¬ mehr

zum 7-Tage Rückblick

Frage der Woche


Beliebteste Inhalte

  • 10.05.2019 | Serviceexpertengipfel Zweiflingen

    Wer nicht mitgeht, hat keinen Platz mehr

    TomCat meint: Über-den-Tisch-Zieh Prämie?"Torsten Fiebig, Berater beim Marketingspezialisten Veact, stellte ...mehr

  • 30.04.2019 | Stuttgart

    Gericht erklärt "Diesel-Richter" für befangen

    Andreas Giersberg meint: "... Künftig werden sich daher nun immer jeweils drei Richter damit befassen. (dpa)...." di...mehr

  • 29.04.2019 | VW-Rückrufe

    CO2-Emissionen, Airbag, Reifen

    B.Flurer meint: Die Barauszahlung von 100.- Euro für den erhöhten AdBlue-Verbrauch beim T6 wurde Anfang April gest...mehr

Newsletter

Immer gut informiert.

Der asp Newsletter informiert Sie werktäglich über die aktuellen Branchen-Geschehnisse. So erfahren Sie alle relevanten Infos. Jetzt kostenlos bestellen und immer top informiert sein!

Betriebssicherheit

Mitarbeiteranweisungen

Mitarbeiteranweisungen

Schnell vermitteltes Wissen zu wesentlichen Gefahrenquellen in der Werkstatt. ¬ mehr

Werkstattkatalog

asp_wki_box_60x60

Alles für die Werkstatt!

Einmalig umfangreicher
Überblick zum Angebot der Werkstattausrüster.

¬ Zum Werkstattkatalog

Springer Automotive Shop

Leistungsträger statt Mitläufer!

In der Neuerscheinung "Gewinnertypen im Verkauf" zeigt Ihnen Top-Verkäufer Ulrich Stegmann, wie Sie zu einer erfolgreichen Verkäuferpersönlichkeit werden. ¬ Jetzt bestellen!