Auto Service Meister
Für Seminarleiter Normen Ulbrich hängt Führungsstärke vom „Führungs-V“ ab. Der Unternehmensberater und Inhaber der Personalentwicklungsagentur „imnu“ möchte den Fortbildungsteilnehmern mit dieser Formel die Anforderungen an Personalverantwortliche veranschaulichen. Adressaten waren im vergangenen Oktober Kfz-Meisterschüler und angehende Techniker der Robert-Bosch-Schule Ulm.
Die Schüler hatten den Lehrgang beim Auto Service Meister-Wettbewerb (ASM) von asp, ZF Services, Coparts Deutschland sowie TÜV Süd als Sonderpreis für ihre guten Leistungen als Klassenverband erhalten. „Führungsstärke bedeutet für mich, Vorbild zu sein, Vertrauen zu schaffen und Verantwortung zu übernehmen“, erläuterte Ulbrich schließlich das „Führungs-V“, der an der Bundeswehr-Universität studiert und im Rahmen der Offizierslaufbahn u.a. eine Trainerausbildung absolviert hatte.
Der ASM hat sich in diesem Jahr für die Robert-Bosch-Schule besonders gelohnt: Neben den ersten drei Plätzen in der Einzelwertung ging das Ulmer Bildungsinstitut auch in der Klassenwertung als Sieger hervor (vgl. asp 10/2012). Die Ausrichter des traditionellen Jahrestests für angehende Kfz-Techniker lobten als Klassenauszeichnung einen Siegerpreis von 1.000 Euro, einen Besuch der Automechanika im vergangenen September sowie ein professionelles Personalentwicklungstraining aus. Denn ein erfolgreich absolvierter Meisterkurs führt häufig zu Personalverantwortung.
Vertiefung wichtiger Themen
Das Coaching widmete sich dem Thema „Vom Gesellen zum Meister – Führungskompetenz und Souveränität von Anfang an“. Es sei eine sehr gute Ergänzung zum Unterricht gewesen, freute sich Klassenleiter Thomas Psotka. Das Thema Personalführung ist hierzulande zwar Teil des Lehrplans an Kfz-Meisterschulen – aber es kann schließlich nicht schaden, einen alternativen Vermittlungsansatz kennenzulernen. Sehr angenehm empfand der Klassenleiter, dass das Seminar die Notwendigkeit dieses im Schulalltag und seitens der verstärkt technisch interessierten Meisterschüler weitgehend als „trocken“ empfundene Thema unterstrich. Es sei hilfreich, diese Ansätze nochmal von einem „neutralen“ Dritten erörtert zu bekommen.
Auch die vielen Beispiele aus der Praxis kommen dem Verständnis zugute und tragen dazu bei, bereits durchgenommene Punkte stärker zu verankern. Berater Normen Ulbrich sensibilisierte die Schüler durch zahlreiche Rollenspiele und praktische Übungen für das Thema. Zudem schilderte er konkrete Erfahrungen, positive wie negative Beispiele.
Im Fokus stand der „PDCA-Zyklus“ (Plan, Do, Check, Act), d.h. Schüler sollen verinnerlichen, dass es bei der nachhaltigen Ausübung von Personalführung nicht um einzelne Maßnahmen geht, sondern der Prozesscharakter im Vordergrund steht. Martin Schachtner
Feedback
Schüler und Lehrer überaus angetan vom Klassenpreis (Praxisbezug und Rollenspiele des Trainings sind gut angekommen)
Personalführung als Fortbildungsgegenstand ist teils unpassend, da viele Teilnehmer noch keine Personalverantwortung haben
Gruppengröße wird angepasst – im kommenden Jahr ist die Aufteilung in zwei Gruppen an zwei Trainingstagen geplant (mehr Raum für Rollenspiele)
Idee: Coaching im Verlag abhalten, eventuell inklusive einer Hausführung und einem „Blick hinter die Redaktionskulissen“