Snap-on Equipment
Zu den Pionieren der Kameratechnik bei der 3D-Fahrwerksvermessung zählt der amerikanische Werkstattausrüster Snap-on Equipment, dessen Achsmessgeräte hierzulande vor allem unter der Marke John Bean bekannt sind. Im Laufe der Jahre wurden Systeme für nahezu jede Einbausituation in Werkstätten entwickelt, auch für die Annahme.
Langjährige Besucher der Automechanika werden sich noch an die Veranstaltung Ende der 1990er Jahre erinnern, als es in Halle 8 gleich von mehreren Türmen heftig blinkte. Damals feierte Snap-on Equipment die Einführung der ersten 3D-Fahrwerksvermessungssysteme. Diese Systeme werden heute oft als Kamerasysteme bezeichnet. Was damals fremd wirkte, hat sich heute nach mehreren Evolutionsstufen technologisch an die Spitze der Fahrwerksvermessung gesetzt und der CCD-Technik im Markt stückzahlmäßig längst den Rang abgelaufen. Snap-on Equipment bietet die CCD-Technologie auf dem deutschen Markt daher bereits seit einigen Jahren nicht mehr an. Die Freigaben der Automobilhersteller haben der 3D-Technologie für die Fahrwerksvermessung letztlich den Ritterschlag verliehen. Und viele Argumente gegen die Kameramesstechnik wurden in Laufe der Zeit durch Weiterentwicklungen gelöst. So gelang es den Konstrukteuren bei Snap-on Equipment mit jeder neuen Kamerageneration die Präzision der Messtechnik zu erhöhen. Auch die Targets konnten immer leichter und kompakter gebaut werden, wodurch die Anwendung nochmals robuster und leichter wurde. Die Klemmhalter für die Räder wurden ebenfalls fortlaufend verbessert, kompakter und damit leichter sowie schneller zu montieren.
Besondere Bedeutung hat die Überwindung der anfänglichen Einbauhindernisse in den Werkstätten. So benötigten die ersten Systeme noch einen großen Abstand zwischen den Kamarasystemen und dem eigentlichen Vermessungsarbeitsplatz mit dem abgestellten Auto. Dank kippbarer Kameraträger, anderer Kamerabrennweiten und vielen Detaillösungen kann Snap-on Equipment Werkstätten den Einbau eines 3D-Fahrwerksvermessungssystems für nahezu alle Einbausituationen anbieten.
Klassiker mit Balken
Bis heute erhalten hat sich die ursprüngliche Bauform eines an einer Säule befestigten, balkenförmigen Kameraträgers. Ansonsten haben die heutigen 3D-Systeme von John Bean mit ihren Vorfahren kaum noch etwas gemein.
Den Einstieg in die 3D-Fahrwerksvermessung bietet das Modell Visualiner 3D ELS. Bei diesem Modell lässt sich der Kameraträger je nach Bedarf auf Knopfdruck nach vorne kippen. So lassen sich beliebige Arbeitshöhen abdecken. PC, Monitor und Farbdrucker sind direkt an die Säule montiert, wodurch Platz gespart wird. Auch die Spannhalter und Targets lassen sich bei Nichtbenutzung an der Säule befestigen. Eine leicht verständliche Software hilft dem Anwender schnell Messungen durchführen zu können. Leistungsfähig darüber angesiedelt ist der Visualiner 3D Lite Lift. Auch bei diesem Modell sind PC, Monitor, Farbdrucker sowie die Halterungen für Targets und Spannhalter direkt an der Säule befestigt. Der Kameraträger lässt sich auf Knopfdruck in der Höhe verstellen, so lassen sich unterschiedliche Arbeitshöhen realisieren. Noch eine Stufe höher ist der Visualiner 3D1 Lift angesiedelt. Dieses Modell verfügt zusätzlich zum Kameraträger-Lift mit leistungsfähigeren Kameras über ein mobiles Bedienterminal für den leistungsfähigen PC, Monitor, Farbdrucker und die Halterungen. Praktisch ist die Version Visualiner 3D2 Lift, welche mit einem 20-Zoll großen Monitor ausgestattet ist.
Für Fahrwerksvermessungsplätze mit Durchfahrtmöglichkeit ist der Visualiner 3D Arago gedacht. Diese Ausführung verfügt über zwei Säulen mit höhenverfahrbaren Kameraträgern und eignet sich zum Beispiel für die Direktan- nahme. Der PC mit Monitor und die Halterungen sind hier ebenfalls in und an einem mobilen Bedienterminal untergebracht.
Die jüngste Evolutionsstufe der Kameratechnologie sowie die Profi-Software Pro42 bieten die Geräte der X-Cel-Serie, die mit den neuen Schnellspann-Radklammern der Serie AC400 kompatibel sind. Der Visualiner 3D Lite X-Cel Lift als besonders kompaktes Modell verfügt über den direkt an die Säule montierten PC mit Monitor und Zubehör sowie die Target-Halterungen. Visualiner 3D1 X-Cel Lift und Visualiner 3D2 X-Cel Lift verfügen über ein mobiles Bedienterminal und unterscheiden sich nur durch die Größe des Monitors.
Sonderform Hybrid
Mit dem Visualiner Prism bietet Snap-on Equipment zum Einstieg in die Fahrwerksvermessung ein Hybrid-Modell an, welches leichte Magnesium-Messwertaufnehmer in CCD-Technik für die Hinterachse und Kameratechnik mit Targets für die Vorderachse kombiniert. Die erforderlichen Kameras sind in die CCD-Messwertaufnehmer integriert. Die Prism-Systeme sind flexibel, decken kurze bis lange Radstände sowie den maximalen Lenkradeinschlag ohne Verwendung elektronischer Drehteller ab. Die Version Visualiner Prism 42 verfügt zusätzlich über die Software Pro42.
Bernd Reich