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Camp der Champs: Immer den Durchblick wahren

Nach dem ersten Trainingstag in Ravensburg gibt‘s ein "Like": Die Teilnehmer zusammen mit Trainer, Veranstalter und Unterstützern.
© Foto: Dietmar Winkler

Beim Vorrundentraining des Nachwuchswettbewerbs "Camp der Champs" in Ravensburg lernen die Teilnehmer alles über Fahrer-Assistenzsysteme. Das Training bringt sie in ihrem betrieblichen Alltag weiter - und mit ein wenig Glück ins Finale.


Datum:
09.06.2022
Autor:
Dietmar Winkler
Lesezeit: 
6 min
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Kurzfassung

Camp der Champs: Beim Training in Ravensburg lernten die Teilnehmer, warum es so wichtig ist, Sensoren und Kameras für Fahrer-Assistenzsysteme zu kalibrieren. Die Elektronik in neueren Fahrzeugen weiß alles und vergisst nie.

Ausbauen, tauschen, einbauen - das funktioniert bei neuen Fahrzeugen in der Werkstatt immer seltener. Wenn heute der vordere Stoßfänger getauscht wurde, dann kann es sein, dass nach dem Tausch bis zu fünf unterschiedliche Sensoren, Radar- und Kamerasysteme kalibriert werden müssen. Denn auch vermeintlich einfache Bauteile sind Bestandteil eines komplexen Gesamtsystems.

Nirgends wird dies so sichtbar wie beim Thema Fahrer-Assistenzsysteme, die mehr Sicherheit und mehr Komfort beim Fahren bringen - vorausgesetzt, sie funktionieren korrekt. Fahrer-Assistenzsysteme und Sensoren sind DAS Thema beim diesjährigen Nachwuchswettbewerb Camp der Champs, den ATR zusammen mit Trainmobil und den diesjährigen Paten Bosch, Hella Gutmann sowie Glashersteller Pilkington ausrichtet. In den 24 jeweils zweitägigen Trainings der Vorrunde in ganz Deutschland müssen die Teilnehmer zeigen, was sie können. Die Sieger aus der Vorrunde nehmen am großen Finale in Hamburg teil, wo die Gesamtsieger Ende Juli gekürt werden.

"Das Kalibrieren der Sensoren wird im Werkstattalltag oft vernachlässigt. Die Einstellung der Kameras und Sensoren ist jedoch ein unbedingtes Muss", schärft Trainer Michael Nowak den zehn jungen Zuhörern in der Stahlgruber-Niederlassung Ravensburg ein, wo an den zwei Tagen nicht nur viel theoretisches Wissen vermittelt wird, sondern vor allem auch die Praxis im Mittelpunkt steht. Michael Nowak ist Trainer beim Schulungsanbieter Trainmobil in Hamburg. Seine Schulungsschwerpunkte sind Kamera- und Fahrer-Assistenzsysteme, Testeranwendung und Fahrwerk. Er hat für den Praxisteil gleich zwei unterschiedliche Kalibriersysteme von Bosch und Hella Gutmann aufgebaut. Davor steht sein eigenes Dienstfahrzeug, das an den beiden Schulungstagen als Testfahrzeug dienen wird. Der Plug-in-Hybrid verfügt über zahlreiche Komfort- und Sicherheitsassistenten und ist daher ideal für die Schulung geeignet. Am Ende werden die Teilnehmer selbst die Kameras und Sensoren mithilfe entsprechender Diagnose- und Kalibriersysteme einstellen.

Die Teilnehmer finden das spannend und die allermeisten haben sich aus eigenem Antrieb angemeldet - so wie Niklas Schmid aus Tengen, derzeit im zweiten Lehrjahr im Landkreis Konstanz. Er macht seine Ausbildung im Porsche Zentrum in Hilzingen und will irgendwann den elterlichen Betrieb übernehmen. Sein Urteil nach dem ersten Schulungstag: "Das Training hier ist absolut hochwertig und ich profitiere sehr davon", erklärt Niklas, der wie alle auf das Finale in Hamburg hofft. Sitznachbar Jannik Zeiler aus Rosenfeld in Baden-Württemberg ist ebenfalls im zweiten Lehrjahr und lernt im elterlichen Betrieb. Er freut sich auf das Thema Fahrer-Assistenzsysteme, das er bisher in der Berufsschule noch gar nicht behandelt hat.

Auch das Fazit von Darius Rinas, im zweiten Lehrjahr bei Wema Reifen & Kfz in Pfullendorf am Bodensee, fällt mehr als positiv aus: "Alles bestens, das ist wirklich eine tolle Veranstaltung und macht mir viel Spaß."

Azubis sind die Zukunft der Branche

Das Konzept überzeugte auch die diesjährigen Paten des Wettbewerbs. Laut Marco Castrucci, Regional Marketing Communication Manager bei Robert Bosch GmbH, ist das Engagement eine Investition in die Zukunft der Branche: "Nachwuchs heißt für uns Zukunft. Diese Auszubildenden sind die Zukunft der Werkstätten", so Castrucci. Bosch tut selbst sehr viel, um Werkstätten bei der Nachwuchssuche zu unterstützen. Neben Broschüren und kostenlosen Materialien für Betriebe zur Teilnahme an Jobbörsen betreibt Bosch sogar eine eigene Stellenbörse, die an die Bundesagentur für Arbeit angeschlossen ist. Zudem hole man die jungen Menschen dort ab, wo sie sich oft aufhalten - mit Bosch-Inhalten auf den Social-Media-Kanälen. Es sei wichtig, dass die Azubis lernen, in Systemen zu denken, ergänzt Julian Engelmeyer, Key Account Manager Pilkington Automotive Deutschland, und erklärt, warum die korrekte Kamerakalibrierung insbesondere für einen Glashersteller relevant ist: "Die Kamera sitzt direkt auf dem Glas. Es ist wichtig, dass die Frontscheibe eine entsprechend hohe Qualität aufweist. Wir empfehlen grundsätzlich die Kalibrierung der Kamera nach Austausch des Glases. Glas ist heute ein hoch technisches Produkt." Deshalb ist es mit dem Scheibentausch nicht getan. Anschließend muss immer kalibriert werden, denn das System erkennt die minimal abweichende Position der Kamera.


Camp der Champs 2022 Ravensburg

Bildergalerie

Im Gespräch mit ...

Henning Kaess, Managing Director ATR International
© Foto: ATR

asp: Wie ist die Resonanz beim Wettbewerb Camp der Champs 2022?

Henning Kaess: Die Resonanz ist wieder sehr gut. Wir haben erstmals auch vier Standorte in Österreich mit einbezogen, die ebenfalls sehr gut besucht waren. Insgesamt haben wir deutlich mehr Anmeldungen als letztes Jahr. Bereits im Vorfeld haben wir noch mehr Kommunikation über Berufsschulen gemacht, nutzen aber auch Social-Media-Kanäle und nicht zuletzt die Paten des Wettbewerbs, Bosch, Hella Gutmann und Pilkington.

asp: Thematisch geht es in diesem Jahr um Fahrer-Assistenzsysteme und Kalibrierung - was sprach für dieses Thema?

H. Kaess: Wir stellen das Thema in den Mittelpunkt, weil es einerseits sehr praxisrelevant ist und es andererseits in den Werkstätten noch viele Fragen hierzu gibt. Mit den diesjährigen Paten haben wir Unterstützer gefunden, die das Thema Kalibrierung sehr gut unterstützen können. Die Trainings werden wieder hoch professionell von Trainmobil durchgeführt.

asp: Was ist die Motivation der ATR hinter dem Wettbewerb?

H. Kaess: Einerseits ist das ein Wettbewerb zur Förderung des Nachwuchses in den Werkstätten. Aber es geht auch darum, aufzuzeigen, wie sehr sich das Berufsbild Kfz-Mechatroniker verändert. Der Anspruch an die Werkstattmitarbeiter hat sich in den letzten Jahren immer weiter erhöht, weil die Komplexität der Fahrzeugsysteme zugenommen hat. Kfz-Mechatroniker ist ein sehr interessanter Beruf, in der Öffentlichkeit ist das Image des Berufs aber noch zu sehr von überholten Vorstellungen geprägt. Im Wettbewerb wird ein sehr hohes Niveau abgerufen, deshalb kommen die Teilnehmer auch gerne, um Wissen für den Alltag mitzunehmen.

asp: Jetzt planen Sie sogar eine Erweiterung des Wettbewerbs ...

H. Kaess: Ab Mitte August starten wir als Ergänzung zum Camp der Champs mit der "Experten Trophy", einem Wettbewerb, der sich an alle Experten in der Werkstatt richtet, also den Teilnehmerkreis deutlich erweitert. In den 30 regionalen Vorrunden-Veranstaltungen der Experten Trophy geht es ebenfalls darum, sich in einem Wissenswettbewerb für das Finale zu qualifizieren.

asp: Wie grenzen Sie die beiden Wettbewerbe denn thematisch voneinander ab?

H. Kaess: Beide Events unterscheiden sich durch die Komplexität der Themen. Bei Camp der Champs machen wir in diesem Jahr die äußeren Sensoren für Fahrer-Assistenzsysteme zum Kernthema, bei der Experten Trophy geht es um die zahlreichen Sensoren im Inneren des Fahrzeugs. Die regionalen Veranstaltungen der Trophy sind nur eintägig, allerdings straffen wir das Programm zeitlich, sodass wir annähernd die gleichen Lernumfänge unterbringen.


Der Nachwuchswettbewerb

Das ATR-Nachwuchsförderprogramm "Camp der Champs" richtet sich an alle angehenden Kfz-Mechatronikerinnen und -Mechatroniker ab dem zweiten Lehrjahr. In diesem Jahr geht es um Aufbau und Funktion von Fahrer-Assistenzsystemen, die Kommunikationsstruktur der Systeme im Fahrzeug und um die Kalibrierung von Frontkamera und Radarsensoren. In kostenlosen Trainings, die bundesweit an unterschiedlichen Orten durchgeführt werden, können sich die Teilnehmer für das Finale in Hamburg Ende Juni qualifizieren. Dort geht es in den Räumlichkeiten des Kooperationspartners Trainmobil nach Schulung und praktischen Sequenzen um den Gesamtsieg. Das "Camp der Champs" soll auch im nächsten Jahr wieder stattfinden. Alle Infos auf der Website www.campderchamps.de.



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