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Stoßdämpfer: Die Bodenhaftung nicht verlieren

Defekte Stoßdämpfer sollten immer paarweise ausgetauscht werden.
© Foto: ZF Friedrichshafen

Stoßdämpfer sorgen für einen festen Halt und Bodenkontakt der Räder - ob in Kurven, bei Unebenheiten auf der Straße und beim Bremsen. Wir stellen die aktuellen technischen Entwicklungen vor.


Datum:
26.05.2016
Autor:
Alexander Junk
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Schlaglöcher, unwegsames Gelände, schwere Beladung oder Anhängerbetrieb - die Stoßdämpfer im Auto müssen viel aushalten und sind für die Fahrzeugsicherheit von entscheidender Bedeutung. Auch Umwelteinflüsse wie Schmutz, Nässe oder Streusalz können ihnen zusetzen. Dabei wirkt sich ihre Funktionsfähigkeit auf das gesamte Fahrzeug aus: Nur einwandfreie Stoßdämpfer verkürzen den Bremsweg, sorgen in Kurven für stabiles Fahrverhalten und unterstützen die reibungslose Funktion von modernen Sicherheitssystemen wie ABS, ESP und ASR.

Im Regelfall kommen in Autos Hydraulik- und Gasdruckstoßdämpfer zum Einsatz. Dabei wird das Öl im Dämpfergehäuse durch enge Ausgleichsräume und Ventilsysteme gepresst. Dieser Vorgang erzeugt einen hydraulischen Widerstand. Hydraulische Stoßdämpfer bezeichnet man aufgrund der sich im Dämpfergehäuse befindenden Kolbenstange auch als Teleskopstoßdämpfer. Die Kolbenstange eines Teleskopstoßdämpfers kann eingedrückt und ausgezogen werden, was als Druckhub und Zughub bezeichnet wird. Teleskopstoßdämpfer lassen sich wiederum in Zweirohrdämpfer, in hydraulischer oder gashydraulischer Ausführung, und in Einrohrdämpfer, auch Gasdämpfer oder Hochdruckgasdämpfer genannt, unterscheiden. Je nach Typ des Stoßdämpfers ist das Fahrgefühl sehr unterschiedlich. Eine sichere und stabile Straßenlage erfordert eine straffere und härtere Dämpfung, eine weichere Dämpfung wird hingegen mit mehr Fahrkomfort in Verbindung gebracht.

Im Regelfall sind Stoßdämpfer aus Stahl hergestellt. Fahrzeughersteller setzen bei Oberklassefahrzeugen aber häufig auf Aluminium-Stoßdämpfer, um das Gewicht zu reduzieren. Stoßdämpfer aus dem vielseitigen Werkstoff tragen dadurch auch zur Kraftstoffersparnis der Fahrzeuge bei. Gleichzeitig sind Leichtbaumodelle ebenso langlebig und belastbar wie Stahl-Stoßdämpfer. Pneumatische und elektronisch einstellbare Stoßdämpfer können in Zukunft die Straßenlage von Fahrzeugen und den Komfort nochmals verbessern, sind jedoch noch sehr teuer. Zudem erfordert es viel Zeit und Geduld sie korrekt einzustellen.

Korrosionsbeständig

Das Angebot an Stoßdämpfern ist groß und es tummeln sich zahlreiche Hersteller auf dem Markt. Ein besonders breites Produktportfolio hat ZF Services mit den Stoßdämpfer-Modellen der Marke Sachs im Angebot, die alle gängigen Fahrzeuge abdecken. Auch der Hersteller Tenneco deckt mit Monroe-Stoßdämpfern den weltweiten Ersatzteilmarkt und den Erstausrüstungsmarkt ab. Bei der Herstellung der Monroe-Stoßdämpfer für den Aftermarket kommt dieselbe Technik wie bei der Fertigung der Erstausrüstungs-Stoßdämpfer zum Einsatz. Eines der Produkthighlights ist die kontinuierlich variable semiaktive Fahrwerkstechnologie "Continuously Variable Semi-Active Suspension" (CVSA). Dabei sind die Stoßdämpfer in der Lage, ihre Ein- und Ausfederungskräfte kontinuierlich an veränderte Fahrbedingungen wie Fahrbahnzustand oder Geschwindigkeit mit Hilfe einer elektronischen Steuerung anzupassen und so für eine bessere Bodenhaftung und Lenkfähigkeit zu sorgen. Daraus entsteht ein Plus an Sicherheit und Komfort für den Autofahrer.

Wulf Gaertner Autoparts AG vertreibt unter der Marke Meyle Stoßdämpfer, die besonders resistent gegen Verschleiß sein sollen. Um dies zu erreichen, haben die Ingenieure des Unternehmens ein besonderes Augenmerk auf einen verbesserten Korrosionsschutz gelegt. Eine dickere Schutzschicht schützt dabei gegen abrasive Einflüsse und starke Beanspruchungen und beugt Korrosion vor. Durch eine Nachbehandlung der Kolbenstangenoberfläche mit einem speziellen Polierverfahren wird die Anzahl und Tiefe von Mikrorissen zudem reduziert, was zu einer besseren Abdichtung führt. Das Meyle-Stoßdämpfer-Sortiment umfasst dabei rund 600 Produkte.

Als Hersteller von Hochleistungs-Stoßdämpfern hat Koni mit der "Frequency-Selective-Damping"-Technologie (FSD) Stoßdämpfer speziell für Alltagsfahrzeuge und Sportwagen entwickelt, die eine gute Straßenlage und Komfort ermöglichen sollen. Die FSD-Technologie ist eine rein mechanische Lösung und kommt ohne elektronische Komponenten aus. Komfort und Handling können grundsätzlich in zwei unterschiedliche Frequenzbereiche unterteilt werden. Der Gasdruck-Stoßdämpfer "B6" vom Hersteller Bilstein bietet als "verbesserter Serienersatz" ebenfalls optimale Performance und Komfort durch noch mehr Dämpfkraft. Damit soll er laut Hersteller selbst bei voller Beladung oder im Anhängerbetrieb mit guter Bodenhaftung und Spurstabilität sowie extralanger Lebensdauer punkten. Fans einer sportlichen Tieferlegung greifen hingegen zu den speziell verkürzten Hochleistungsdämpfern "B8", die gerade in Kombination mit strafferen und kürzeren Sportfedern eine ideale Ergänzung sind.

Argumente für Kunden

Rund 15 Prozent der deutschen Pkw sind mit defekten Stoßdämpfern unterwegs. Das gefährdet nicht nur die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs, sondern kann auch zu Folgeschäden am Fahrwerk führen. Stoßdämpfer sollten deshalb regelmäßig überprüft werden. Folgende Dinge sollten dabei beachtet werden:

- Ein "schwammiges" Fahrverhalten, ein längerer Bremsweg oder ein starker Reifenverschleiß deuten auf defekte Stoßdämpfer hin.

- Empfehlenswert ist eine erste Überprüfung der Stoßdämpfer nach 80.000 Kilometern Laufleistung oder fünf bis sechs Jahren Laufzeit des Fahrzeugs. Danach ist ein Check alle 20.000 Kilometer erforderlich.

- Kommt es zum Austausch von Stoßdämpfern, sollten sie stets paarweise pro Achse ausgetauscht werden.

- Stoßdämpfer aus Aluminium sollten auch durch ein Leichtbauprodukt aus gleichem Material ersetzt werden.

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