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Klimaservice: Nicht mehr ganz dicht?

Beim Service an R1234yf-Klimaanlagen führen die Dometic-Waeco-Servicegeräte vor dem Vakuumtest auch einen Drucktest durch.
© Foto: Dometic Waeco

Durch kleine Leckagen verlieren Kfz-Klimaanlagen im Jahr bis zu 15 Prozent an Kälte- und Schmiermittel. Klimaservicegeräte können jedoch helfen, Undichtheiten aufzudecken und damit Schäden vorzubauen.


Datum:
06.07.2021
Autor:
Marcel Schoch
Lesezeit: 
5 min
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Kurzfassung

Service und Wartung der Klimaanlage sind längst Alltag in der Werkstatt. Doch Fehlersuche und Reparatur können sehr zeitaufwendig sein. Moderne Klimaservicegeräte bieten deshalb Funktionen zur Fehlersuche an.

Im Alltag rückt die Klimaanlage meist erst beim Fahrzeugservice in den Fokus, wenn warme Luft aus den Düsen kommt. Doch dann haben viele Werkstätten ein Problem, denn mit einer Funktions- bzw. Sichtkontrolle und etwas Nachfüllen von Klimagas ist es oft nicht getan. Vor allem Undichtheiten gilt es auf die Spur zu kommen, da mit dem allmählichen Verlust an Kälte- und Schmiermittel auch die Gefahr eines Kompressorschadens steigt. Für den Kunden ist das sehr ärgerlich, denn eine Reparatur kann schon mal mit 1.000 bis 2.000 Euro zu Buche schlagen.

Darüber hinaus sind Servicemitarbeiter, die über eine Sachkundebescheinigung nach EG-Verordnung 307/2008 verfügen, um an Fahrzeugklimaanlagen zu arbeiten, dazu angehalten, alle Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen (gemäß Kyoto-Protokoll) durchzuführen. Das betrifft nicht nur das Evakuieren und Befüllen der Kfz-Klimaanlage, sondern auch deren technische Instandhaltung. Erfahrene Klimaanlagen-Servicetechniker vertrauen hier auf die Funktionen ihrer Klimaservicegeräte.

Lecksucher Wasserstoff

Die beiden Klimaservicegeräte AC134a beziehungsweise AC1234yf von ATH-Heinl aus Illschwang führen während des Klimaservices routinemäßig einen Vakuum-Drucktest inklusive Spülung des Systems durch. Wird eine Leckage festgestellt, kann die Klimaanlage nicht wieder befüllt werden, solange der Schaden nicht repariert ist. Vor allem beim automatischen Evakuieren, Recyceln und Befüllen werden über drei Manometer ständig die Druckverhältnisse kontrolliert. Kommt es hier zu Unregelmäßigkeiten, bricht das Gerät den Klimaservicevorgang ab. Darüber hinaus bietet ATH-Heinl die beiden Mini-Kältemittel-Analyzer R134a und R1234yf an. Mit ihnen können das Vorhandensein und die Qualität des jeweiligen Kältemittels in einer Fahrzeugklimaanlage überprüft werden. Damit vermeidet man die Rückgewinnung von kontaminiertem Kältemittel, welches das Klimaservicegerät, aber auch die Pkw-Klimaanlage beschädigen könnte.

Auch die vollautomatischen Klimaservicegeräte der ADS-Serie von AVL Ditest aus Graz lassen das Evakuieren, Recyceln und Befüllen der Kältemittel R134a, R1234yf und R744 nur zu, wenn die automatische Druckprüfung die Dichtheit des Systems erkennt. Die Lecksuche erfolgt hier optional über Kontrastmittel oder Stickstoff. Ebenfalls optional ist die Spülfunktion. Zum Standard der Geräte gehört eine umfassende Fahrzeugdatenbank, die zum Abgleich der Servicedaten genutzt wird. Die ADS-Servicegeräte können zudem auch mit einem integrierten Gasidentifizierer optional ausgestattet werden. Mit dem Druckprüfgerät und Leckage-Sucher DPG 1300 lassen sich durch die Einbringung von Formiergas (Stickstoff/Wasserstoff), unabhängig vom Klimaservicegerät, in alle gängigen Kältemittelkreisläufen (R134a, R1234yf und R744) durch die Detektion des austretenden Wasserstoffs Leckagen genau lokalisieren.

Die Klimaservicegeräte von Robinair (eine Marke von Bosch) vom Typ AC1x34-7i (für R134a), AC1234-7i beziehungsweise AC1234-8i (für R1234yf) unterstützen ebenfalls die Funktionsprüfung der Kfz-Klimaanlage mit einer integrierten Lecksuche für Inertgas (NOx, Stickstoff, Formiergas). Das Klimaservicegerät AC1234-8i verfügt dabei noch über einen integrierten Gasidentifizierer. Darüber hinaus werden drei verschiedene Kältemittel-Lecksuchgeräte (LD3, LD5 und LD7) angeboten, die sich lediglich in den technischen Features unterscheiden. So verfügt das LD7 noch über einen akustischen Alarm bei einem Kältemittelleck. Wird Inertgas zur Lecksuche verwendet, können von Robinair die Lecksuchgeräte FLG 220, FLG 720 und FLG 820 eingesetzt werden. FLG 720 bietet noch den Adaptersatz für die Inert-Gasflasche, FLG 820 zusätzlich noch die Gasflasche an.

Kombinierte Diagnoselösungen

Die Klimaservicegeräte von Texa aus Obersulm sind ebenfalls mit einem automatischen Vakuumtest vor dem Befüllen ausgestattet. Die von den Fahrzeugherstellern freigegebenen Modelle (ab Konfort 744) haben zudem einen Anschluss für eine externe Stickstoff- oder Formiergasflasche, um zusätzliche Dichtigkeitstests durchzuführen. Über das optional erhältliche Kit "Effizienzkontrolle Klimaanlage" kann über eine Differenz-Temperaturmessung von Umgebungsluft und ausströmender Luft der Fahrzeuglüftung ein Leistungstest durchgeführt werden. Ebenfalls optional ist das "Kältemittel-Analysegerät". Mit ihm wird Kältemittel identifiziert, das nicht die geforderte Reinheit hat und so eine Kontamination des Kältemittels im Klimaservicegerät verhindert. Auf Software-Ebene bietet Texa das Kit "Diagnose" an. Über die Fahrzeugschnittstelle (VCI) kann dann über das Klimaservicegerät eine OBD-Diagnose des Klimasystems durchgeführt werden. Diese Funktion ist ein Sub-Set der Texa-Diagnose-Software IDC5. Sie ermöglicht es, Fehlercodes und Parameter auszulesen sowie Stellgliedtests durchzuführen. Darüber hinaus bietet Texa Lösungen für Dichtheitsprüfungen mit Formiergas für R134a-, R1234yf- und R744-Klimaanlagen an. Zusammen mit dem H2 Detect lassen sich so auch kleinste Leckagen orten.

Die ACS-Klimageräte von Bosch können ebenfalls alle beschriebenen Prüffunktionen durchführen (vgl. hierzu Robinair). Es besteht jedoch die Möglichkeit, für einen umfassenden Klimaanlagenservice die Funktionen der ACS-Geräte mit den Diagnoselösungen rund um Esitronic 2.0 Online und den Diagnosetestern der KTS-Serie zu kombinieren. So lassen sich im Vorfeld die gesamten Fehlerspeicher, die mit der Klimaanlage verbunden sind, auslesen und Funktionalitäten überprüfen. Darüber hinaus stehen technische Unterlagen wie Schaltpläne, Prüfwerte, Einbaulagen und Ersatzteillisten zur Verfügung.

Volles Programm

Die Klimaservicegeräte von Dometic Waeco bieten serienmäßig oder optional ebenfalls alle bisher beschriebenen Möglichkeiten, Leckagen und Funktionsstörungen beim Klimaservice sicher aufzudecken. Daneben bietet der Hersteller aus Emsdetten ein umfangreiches Portfolio an Lecksuchgeräten. Über UV-Lecksuchtechnik, Stickstoff- und elektronische Lecksuche bis hin zum einfachen Blasentest ist dort alles erhältlich, um Lecks im Klimasystem sicher detektieren zu können.

Brainbee Mahle stattet seine Klimaservicegeräte der Air-Nex- und AC-Serie optional oder serienmäßig je nach Modell mit N- oder UV-Dichtigkeitstests, Ölreinigung, Kältemittelanalyse oder AC-Spülung aus. Das in der Air-Nex-Reihe standardmäßig integrierte WLAN macht es möglich, alle verfügbaren Features zu nutzen. Hierunter fällt auch die Integration der Brainbee-Diagnose-Tools zur geführten Reparatur und Ersatzteilsuche.

Klimaservice - Was muss gemacht werden?

- Sichtprüfung aller Komponenten
- Funktions- und Leistungsprüfung der Klimaanlage (vorher und nachher)
- Temperaturkontrolle der austretenden Luft (vorher und nachher)
- Druck- bzw. Dichtigkeitsprüfung der Klimaanlage (vorher und nachher)
- Spülung der Komponenten
- Verdacht auf Leckage: Lecksuche durchführen
- Kältemittel absaugen, recyceln und wieder auffüllen
- Klimaanlagenöl wechseln (Öl auf Späne untersuchen)

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