Getriebereparatur: Austauschen oder reparieren?

Ob ein Getriebe repariert oder ausgetauscht wird, hängt vom Einzelfall ab. Zulieferer bieten Reparaturlösungen an.
© Foto: Adobe Stock/electriceye


Datum:
29.01.2018
Autor:
Alexander Junk

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Wenn es beim Schalten kratzt, klackert und ruckelt oder sich die Gänge nur noch mit Mühe einlegen lassen, ist meistens das Getriebe des Autos defekt. Dieser Zustand ist nicht nur sehr unkomfortabel, sondern kann auch richtig teuer werden. Denn blockiert das Getriebe komplett, kann sich der Motor nicht mehr drehen und durch die mechanische Belastung einen schweren Schaden nehmen. Es ist daher sinnvoll, bei den ersten Anzeichen eines defekten Getriebes die Werkstatt aufzusuchen. Wann das soweit ist, lässt sich schwer voraussagen, da die Lebensdauer des Getriebes auch von der Fahrweise und einer korrekten Schmierung abhängig ist. Gut geschmiert und behandelt, sollten aber 100.000 bis 200.000 Kilometer Laufleistung möglich sein (siehe Interview mit Ralf Kuhlmey auf S. 32). Tritt ein Schaden vorher auf, sind meistens konstruktive Mängel wie zu schwach ausgelegte Komponenten des Getriebes oder Leckagen verantwortlich, die schließlich zum Ölverlust und einem Versagen der Lager führen.

Fachkenntnis erforderlich

Im Schadenfall hängt es dann stark vom Getriebe (manuelles Schaltgetriebe, Wandlerautomatik oder Doppelkupplungsgetriebe) ab, ob sich eine Reparatur lohnt und sinnvoll ist. Hier stehen die Chancen bei einem manuellen Schaltgetriebe am höchsten, da es die einfachste Form darstellt. Dennoch ist das Getriebe eines der komplexesten Teile im Fahrzeug und erfordert Fachkenntnis und vor allem Zeit zur Reparatur.

Wurde in den vergangenen Jahrzehnten die Getriebereparatur noch in vielen Werkstätten durchgeführt, ist dieses Gebiet zunehmend eine Aufgabe für Spezialisten geworden. In jüngster Zeit ist es zudem Usus, Getriebe gar nicht mehr zu reparieren, sondern gleich gegen ein generalüberholtes Getriebe oder ein neues Getriebe auszutauschen - mit dem Argument, dass dies die wirtschaftlichste Variante darstellt. Das muss jedoch nicht immer der Fall sein: Ein Austausch ist immer teuer für den Kunden und bietet der Werkstatt kaum eine Möglichkeit, Arbeitszeit zu verkaufen. Da sich manuelle Schaltgetriebe zudem ohne teure Diagnosegeräte reparieren lassen, ist dies eine dankbare Reparatur für Mechaniker.

Alle Teile zur Hand

Das dachte sich auch der Automobilzulieferer Schaeffler. Mit der LuK Gearbox hat der Hersteller eine Getriebereparaturlösung für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge parat, die sich zur Reparatur von Schalt- und Doppelkupplungsgetrieben sowie Differentialen eignet. Werkstattprofis ersparen sich so den Gang zum Getriebespezialisten, denn alle wichtigsten Verschleißteile wie Dichtungen, O-Ringe, Wellendichtringe und Stützlager sind enthalten. Dazu gibt es über Schaefflers Online-Portal "Repxpert" Einbauanleitungen und Videos. Die LuK-Gearbox-Lösung ist mittlerweile in 30 verschiedenen Varianten erhältlich und für Getriebemodelle von Ford, GM, Renault und Volkswagen verfügbar.

ZF Aftermarket bietet keine speziellen Reparaturlösungen für Schalt- und Doppelkupplungsgetriebe an. Fabiola Wagner, Pressesprecherin von ZF Aftermarket, meint dazu: "Getriebe können nicht von jeder Werkstatt repariert werden, daher bieten wir auch keine Getriebe-Reparaturkits an. Dennoch unterstützen wir die freien Betriebe und wollen das Leistungsangebot rund um das Getriebe deutlich ausbauen." So bietet ZF beispielsweise den Service an, Getriebe zu reparieren und gegebenenfalls die Austauschaggregate bereitzustellen. Zudem helfen die Mitarbeiter der Servicestellen bei der Diagnose, bieten einen Hol- und Bring-Dienst oder unterstützen im Bedarfsfall auch direkt am Fahrzeug vor Ort. Darüber hinaus bietet ZF Ölwechselkits für Automatikgetriebe an, die alle notwendigen Ersatzteile für den Ölwechsel wie Filter, Dichtungen und Schrauben bis hin zu Magneten und Filterölwannen enthalten. Dazu liefert ZF sieben Liter des "LifeguardFluid-Öl" mit. Laut ZF Aftermarket ist mit den Ölwechselkits ein schneller und günstiger Getriebeölwechsel bei über 600 Fahrzeugtypen mit Fünf- oder Sechs-Gang-Automatikgetrieben möglich. Das Getriebeöl sollte laut ZF nach 80.000 bis 120.000 Kilometern Laufleistung oder acht Jahren gewechselt werden. Auch bei ruckeligen oder verzögerten Gangwechseln ist eine Kontrolle des Getriebeölstands ratsam.

Kurzfassung

Das Getriebe ist eines der komplexesten Teile im Auto und dementsprechend teuer, wenn es zu einem Schaden kommt. Ob dann eher eine Reparatur oder ein Austausch in Frage kommt, hängt neben der Getriebeart auch vom Defekt ab.

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