Das Effizienzwunder

Die Koreaner zeigen mit dem Ioniq Elektro, wie ein vernünftiges Elektroauto für die meisten Anwendungsfälle auszusehen hat. Bis auf den lahmen AC-Onboard-Lader des Stromers gibt es wenig zu kritisieren.


Datum:
22.10.2020
Autor:
Alexander Junk

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Es ist das Jahr der Elektroautos: Nicht nur die Zulassungszahlen der Stromer schnellten während der Corona-Monate in die Höhe, auch die Anzahl der batterieelektrisch betriebenen Testwagen in unserer Redaktion erreichte einen neuen Rekord.

Mit größerer Batterie

Mit dem Hyundai Ioniq Elektro haben wir einen alten Bekannten bei uns begrüßt, denn die Kombilimousine hatten wir schon einmal bei uns im Test ( siehe asp 9/2018), allerdings als Plug-in-Hybrid- Variante. Wir erinnern uns: Der Ioniq wurde als Plattform für drei unterschiedliche Antriebskonzepte entwickelt: Als rein batterieelektrisches Fahrzeug, als Hybridfahrzeug mit kombiniertem Elektromotor/Verbrenner und als Plug-in-Hybrid. So waren wir diesmal besonders auf den rein batteriebetriebenen Ioniq Elektro gespannt, der nun mit einer größeren Batterie und etwas mehr Leistung erhältlich ist ist. Die Traktionsbatterie des Ioniq bietet nun eine Kapazität von 38,3 kWh (vorher: 28 kWh), was ihm zu einer Reichweite von 311 Kilometern im WLTP-Testmodus verhilft. In unserem Praxistest war das durchaus realistisch, annähernd 300 Kilometer ließen sich auch mit streckenweiser flotterer Gangart problemlos erreichen. Für das tägliche Pendeln zwischen Arbeitsstelle und Zuhause oder als Zweitwagen ist das mehr als ausreichend. Langstreckenfahrer werden damit nur bedingt glücklich, hier bietet der Kona aus gleichem Hause noch mal 200 Kilometer mehr Reichweite. Auf der Haben-Seite kann der Ioniq jedoch einen sehr niedrigen Verbrauch verbuchen: 13 kW/h auf 100 Kilometer mit hohem Autobahnanteil ist ein Top-Wert. Anteil daran hat sicher auch der niedrige Cw-Wert von 0,24.

Die Reichweite ist bei Elektroautos das eine, wichtig ist es aber auch, die Batterie wieder flott befüllen zu können. Das ist leider die Disziplin, in der der Ioniq schwächelt: Zum einen ist die DC-Schnellladefähigkeit nur durchschnittlich. Das Auto benötigt knapp eine Stunde, um von null auf 80 Prozent aufgeladen zu werden. Das können andere Hersteller deutlich besser. Noch weniger berauschend ist die AC-Ladefähigkeit an der heimischen Wallbox. Da der interne Lader des Autos nur eine einphasige Ladung erlaubt, muss der Ioniq über zehn Stunden an der Strippe hängen, um voll aufgeladen zu werden. Für einen Arbeitstag ist das zu lange.

Einfache Bedienung

In Sachen Ausstattung gibt es beim Ioniq hingegen nichts zu mäkeln. In der getesteten Ausstattungs-Variante "Style" sind eine stromsparende Wärmepumpe, ein großzügiges 10,25-Touchscreen-Display, Voll-LED-Scheinwerfer und induktives Laden des Handys mit an Bord. Auch Apple Car Play oder Android Auto lassen sich nutzen.

Der Stromer ist auch mit zahlreichen Assistenzsystemen bestückt, die teilweise jedoch über das Ziel hinausschießen. So greift der Spurhalteassistent etwas ruppig aktiv ins Geschehen ein, wenn er ein Verlassen der Spur registriert. Der adaptive Tempomat (Adaptive Cruise Control) reagiert dagegen etwas langsam. Die Bedienung ist jedoch narrensicher: Beim Fahren gibt es nur zwei Gangstufen (Vorwärts/Rückwärts), die sich über Taster einstellen lassen (der Schaltknauf dient nur noch zur Zierde oder Handablage). Das Auto bietet zudem drei Rekuperationsstufen, mit denen die Bremsverzögerung den persönlichen Vorlieben angepasst werden kann. One-Pedal-Driving ist damit problemlos möglich.

Auto-Check

+- Effizienter E-Antrieb- Pralle Ausstattung- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis- Durchdachte Bedienung-- Teils ruppige Fahrerassistenzsysteme- Langsame Ladeleistung

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