TÜV SÜD: ABC der Lichteinstellung

03.11.2026 15:42 Uhr | Lesezeit: 3 min
TÜV SÜD: ABC der Lichteinstellung
Bei der HU dürfen nur korrekt kalibrierte Scheinwerfereinstellprüfgeräte verwendet werden.
©Foto: TÜV SÜD

LED, Laser, OLED: Scheinwerfer werden komplexer, die Toleranzen bei der Einstellung bleiben eng. Was Werkstätten für einen richtlinienkonformen Prüfplatz beachten müssen.

Die Weiterentwicklung der Scheinwerfertechnik hat in den letzten Jahren viele neue Möglichkeiten der Beleuchtung geschaffen. Durch die Einführung von Xenon-, LED- und Lasertechnik bis hin zu organischen Leuchtdioden (OLED) wurden Beleuchtungssysteme an Fahrzeugen nicht nur immer leistungsstärker, sondern auch komplexer. Grundsätzlich gilt: Um eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auszuschließen, ist eine präzise Einstellung der Scheinwerfer wichtiger denn je - eine bedeutende Aufgabe für Werkstätten und Prüforganisationen.

Beim Licht-Sicht-Test 2025 hatte mehr als jeder vierte Pkw (27,8 Prozent) Mängel an der Beleuchtung. Bei den Nutzfahrzeugen waren es 32,1 Prozent. Bei den Pkw waren 19,7 Prozent der Hauptscheinwerfer nicht in Ordnung. Der Anteil der Blender mit zu hoch eingestellten Scheinwerfern lag bei 9,5 Prozent. Zu niedrig eingestellte Scheinwerfer sind in 8,5 Prozent der Fälle bemängelt worden. Was bei der Einrichtung eines konformen Scheinwerfereinstellungsprüfplatzes zu beachten gibt, ist in der HU-Scheinwerfereinstellrichtlinie vorgegeben - zuletzt geändert mit dem Verkehrsblatt 9/2025. Die Richtlinie gibt vor, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, wenn das Scheinwerfereinstellprüfgerät für die HU genutzt werden soll. Anerkannte Prüfstützpunkte (PSP) müssen sich an diese Richtlinien bezüglich Fahrzeugaufstellflächen und Scheinwerfereinstellprüfgeräten halten.

Thomas Sieber, Technischer Leiter der Überwachungsorganisation bei TÜV SÜD Auto Service GmbH in München, weist auf die besonderen Herausforderungen in der Praxis hin: "Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Aufstellfläche des SEP gelegt werden. Hier gilt es, besonders niedrige Toleranzwerte im Rahmen der Kalibrierung zu beachten." Sein Tipp: "Praktikabel und zuverlässig ist ein vor der Standfläche des Fahrzeuges befestigtes und nivelliertes Schienensystem für das SEP."

Ist dieses nicht für das eigene Gerät verfügbar, biete sich die Teilentfernung des Bodens mit anschließendem Ausgießen mit Betonvergussmasse an, erklärt Sieber weiter. Ähnliches gelte für die Fahrzeug-Aufstellfläche. Hier könne neben befestigten Betonflächen oder Flächen mit Fliesenbelägen auch mit nivellierbaren Hebebühnen oder Rampen gearbeitet werden.


TÜV SÜD-Tipp: Was man zum Licht wissen muss

Auch bei einem scheinbar einfachen Thema wie Licht ist Aufklärung gefragt. Werkstätten sollten ihre Kunden daher auf die Besonderheiten bei der Fahrzeugbeleuchtung aufmerksam machen. Eine gute Gelegenheit hierzu bietet der Licht-Sicht-Test 2026. Viele Autofahrer stellen den Lichtschalter einfach auf "Auto" und kümmern sich danach nicht mehr um die Beleuchtung. Das kann bei manchen Witterungsverhältnissen eine trügerische Sicherheit vorgaukeln. Denn die Sensorik unterscheidet meist nur zwischen hell und dunkel. Bei Nebel, starkem Regen oder Schneefall schaltet sich das Abblendlicht oft nicht automatisch ein. Das Abblendlicht muss dann manuell eingeschaltet werden. Für die Nebelschlussleuchte gelten noch strengere Regeln. Die Nebelschlussleuchte darf ausschließlich bei Nebel und nur dann aktiviert werden, wenn die Sichtweite unter 50 Meter sinkt.




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