Zugang zu Reparaturdaten: EU-Kommission plädiert für neues Regelwerk

Nach wie vor ist die eindeutige Ersatzteilidentifikation ein großes Problem für den IAM. Das hat auch die EU-Kommission in einer Studie erkannt.
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Der Zugang zu technischen Informationen der Hersteller ist für den freien Markt immer noch ein Weg mit vielen Hindernissen. Das sehen auch die Brüsseler Wettbewerbshüter und schlagen in einer Studie Maßnahmen zur Abhilfe vor.


Datum:
27.11.2014

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Die EU-Kommission sieht nach wie vor Defizite im europäischen Reparaturmarkt. Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. Darin wurde untersucht, ob tatsächlich alle Marktteilnehmer Zugang zu den technischen Daten der Fahrzeuge erhalten. Die Studie lobt zwar die Anstrengungen der Fahrzeughersteller, dem freien Markt (Independent Aftermarket - IAM) geeignete Datenbanken zur Verfügung zu stellen. Probleme gebe es aber nach wie vor bei Zugang, Umfang und Gebühren für Reparatur- und Wartungsinformationen, heißt es in dem vom Industriekommissariat ausgearbeiteten Papier.

Die Macher der Studie plädieren dafür, die einschlägigen Regelungen nicht mehr in der Typgenehmigungsrichtlinie 715/2007 ("Euro 5/6"-Verordnung) zu "verstecken", sondern einen nicht näher definierten neuen Rechtsrahmen dafür zu entwickeln. Sie bringen zudem eine neue Behörde ins Spiel, die für die Durchsetzung der Regularien sorgt und hierfür das notwendige technische Know-how mitbringt. Dies soll die nationalen Typgenehmigungsbehörden entlasten und den Strafenkatalog für Verstöße vereinheitlichen.

Die aktuelle Richtlinie werde derzeit sehr unterschiedlich von OEM und IAM interpretiert. Zusätzliche Richtlinien sollen daher nach Auffassung der Kommission die umstrittene Aspekte der Verordnung klären. Als Beispiele nennt die Studie eine Reglementierung der Gebührensätze, die Hersteller für die Weitergabe ihrer Informationen verlangen dürfen. Die Preisspanne sei hier sehr groß. Auch sollten Art und Umfang der sicherheitsrelevanten Daten, deren Herausgabe Hersteller verweigern dürfen, noch genauer definiert werden. Gleiches gilt für die so genannten "Rohdaten" zur Ersatzteilidentifikation auf Basis der Fahrgestellnummer (VIN).

Wann und wie über die in der Studie gemachten Vorschläge weiter beraten wird, ist dem Papier nicht auf den ersten Blick zu entnehmen. Da das 161-seitige Dokument in englischer Sprache von den Verbänden erst gesichtet werden muss, gab es bislang noch keine Statements von den unterschiedlichen Interessengruppen zu den Aussagen. (ng)

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