Wie der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) am Dienstag auf seiner Jahrespressekonferenz bekannt gab, ist der relativ geringe Umsatzrückgang der Kfz-Branche vor allem dem starken Servicebereich geschuldet. Das Minus von 1,1 Prozent auf 129,7 Milliarden Euro Gesamtumsatz wäre u.a. ohne gestiegene Preise für Servicestunden deutlich höher ausgefallen, erklärte ZDK-Präsident Robert Rademacher. Die Umsätze im Servicegeschäft seien im vergangenen Jahr auf 27,8 Milliarden Euro (plus 2,7 Prozent) gestiegen. Das entspreche rund eine Million mehr Serviceaufträge als im Vorjahr, und damit bleibe der Servicebereich das "ertragsmäßige Fundament für die Autohäuser und Werkstätten". Die Werkstattstunde kostet im bundesweiten Schnitt rund 65 Euro, regional variiert der Preis zwischen 45 und 120 Euro. Laut Rademacher sind die Preise für Karosserie- und Lackarbeiten massiv unter Druck geraten. Im Schnitt kostete hier die Werkstattstunde im vergangenen Jahr 79 Euro. Trotz der guten Ergebnisse stand auch das Servicegeschäft unter Druck, berichtete der ZDK-Präsident. Es sei zwar erfreulich, dass in den Segmenten eins bis drei die Wartungsloyalität wachse, aber der Verdrängungswettbewerb habe zugenommen und es gäbe spürbare Preiskämpfe in den Werkstätten. Die wachsende Qualität der Autos führe zu längeren Service-Intervallen. Dies könne, im Unterschied zur Vergangenheit, nicht mehr durch ein Bestands-Wachstum kompensiert werden. Folglich werde auch im Aftersales-Markt der Preis- und Verdrängungswettbewerb weiter zunehmen. Kundenbindung um den Preis bedenklicher Nachlässe Zu warnen sei in diesem Zusammenhang vor Strategien, exklusive Kooperationen mit Versicherungen und Autoclubs bei Service und Unfallreparatur einzugehen. "Die vermeintliche Kundenbindung, die sich nicht nur auf Unfallreparaturen bezieht, gibt es nämlich nur um den Preis eines Nachlasses in betriebswirtschaftlich bedenklichen Dimensionen", warnte Rademacher. Das gelte gleichermaßen für abzulehnende Quersubventionen durch in Service- oder Mobilitätspaketen von Neuwagen enthaltene preisreduzierte Werkstattleistungen. Hinsichtlich der Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen mit Rußpartikelfiltern erklärte der ZDK-Präsident, der so genannte Rußfilterskandal "hat uns bei der Nachrüstung zurückgeworfen und wird dazu führen, dass wir das ursprünglich angepeilte Ziel bis zum Ende der steuerlichen Förderung – 1,2 bis 1,5 Millionen Diesel-Filter – wohl nicht erreichen werden." ZDK-Pressesprecher Helmut Blümer ergänzte, dass Geräte zur Prüfung der Funktionsfähigkeit von Rußpartikelfiltern sich erst im Laborstadium befänden. Die Geräte seien ausdrücklich "nicht feldtauglich". (tk) Einen ausführlichen Bericht zur Jahrespressekonferenz des ZDK lesen Sie auf unserem Schwesterdienst AUTOHAUS Online
ZDK-Jahrespressekonferenz: Servicegeschäft wächst um rund drei Prozent
Verbandspräsident Robert Rademacher unterstrich die Bedeutung des Servicegeschäfts für den Gesamtumsatz der Kfz-Branche. Mit einem Plus von rund drei Prozent auf knapp 28 Milliarden Euro bildet der Servicebereich das wirtschaftliche Fundament für Autohäuser und Werkstätten.