Smart-Deutschlandchef: "Wir werden nicht nur über den Preis verkaufen"

16.10.2026 14:38 Uhr | Lesezeit: 3 min
Smart-Deutschlandchef: "Wir werden nicht nur über den Preis verkaufen"
Florian Nemitz, Deutschlandchef von Smart
©Foto: Timo Bürger | KI bearbeitet

Smart wird wieder smart sein: Auf dem Pariser Autosalon feiert mit dem #2 ein Fortwo-Nachfolger seine Premiere. Er soll alte und neue Fans gewinnen und die Marke damit wieder auf Kurs bringen.

Auf dem Pariser Autosalon feiert der neue Smart #2 seine Weltpremiere. Mit dem rein elektrisch angetriebenen Zweisitzer kehrt die Marke zu ihren Wurzeln zurück und will zugleich neue Kunden gewinnen. Welche Bedeutung der Fortwo-Nachfolger für Smart hat und was Smart mit dem #2 noch vorhat, erläutert Deutschlandchef Florian Nemitz im Interview.

Mit dem #2 kehrt Smart zu seinen Wurzeln zurück. Welche Bedeutung hat der neue Zweisitzer für die Marke? Und warum hat Smart nach dem Ende des Fortwo so lange mit einem Nachfolger gewartet?

Florian Nemitz: Wir sind in den vergangenen Jahren mit den Modellen #1, #3 und #5 gestartet und konnten damit ganz andere Zielgruppen ansprechen, die der Fortwo aufgrund der zwei Sitze gar nicht erreichen konnte. Wenn man sich unsere Modellfamilie vorstellt, dann kommt jetzt mit dem #2 das Herz und die Seele hinzu. Das ist die DNA, das Historische, wofür die Marke bekannt ist. Das war früher der Fortwo und ist für uns jetzt wieder der Zweisitzer. Deswegen ist dieses Modell von enormer Bedeutung.

Der Smart #2 war bei uns schon immer ein Thema, auch bei unseren Händlern. Es ist nicht so, dass wir uns das erst kürzlich überlegt hätten. Aber ein solches Auto braucht Vorbereitungszeit. Die Entwicklung haben wir in knapp zwei Jahren geschafft, was sehr schnell ist. Den optimalen Business Case zu entwickeln hat aber etwas gedauert. Letztlich braucht es die Zustimmung des Vorstands. Hinzu kam die Entwicklung einer eigenen Plattform, um überhaupt wieder ein solches Fahrzeugkonzept realisieren zu können.



Smart hat sich konsequent dem Elektroantrieb verschrieben. Bleibt es dabei? Und wie geht es mit der Modellpalette weiter? Wäre beispielsweise ein neuer Forfour auf Basis der #2-Plattform denkbar?

Florian Nemitz: Wir sind in Europa vollelektrisch und bleiben auch elektrisch. Wir waren damals die erste Marke, die komplett auf Elektroantrieb umgestellt hat. Das macht uns auch aus.

Mit dem #5 haben wir jetzt unser größtes Fahrzeug im Programm, mit dem #2 gehen wir wieder ins ultrakompakte Segment. Selbstverständlich überlegen wir als Marke, wie wir unser Portfolio gezielt weiterentwickeln können. Die ECA-Plattform ist dabei ein wichtiger Bestandteil für unsere Zukunft. Sie wurde von Smart-Ingenieuren entwickelt und bietet uns die Möglichkeit, auch über andere Radstände nachzudenken. Jetzt liegt unser Fokus aber zunächst ganz auf dem #2.

Jetzt hat Smart im Rahmen der Weltpremiere des #2 auch eine BRABUS-Version offiziell angekündigt. Können Sie dazu noch etwas konkreter werden? Wann kommt er und wieviel Leistung bietet er?

Florian Nemitz: Dass wir heute schon BRABUS angekündigt haben, wurde tatsächlich erst kurz vor Paris entschieden. Eigentlich war geplant, das erst im März nächsten Jahres zu kommunizieren. Aufgrund der großen Nachfrage im Vorfeld, wollten wir die Bühne der Weltpremiere nutzen, um den smart #2 BRABUS bereits jetzt zu bestätigen. Weitere Details wird es in den kommenden Monaten geben.

Der Fortwo war ein Auto für Individualisten. Wen wollen Sie mit dem #2 erreichen? Die alten Fans oder eine völlig neue Kundschaft?

Florian Nemitz: Wir wollen die Vergangenheit in die Zukunft übertragen und die DNA von früher mit der neuen Technologie verbinden. Es gibt in Deutschland eine große Smart-Community. Außerdem sind in Deutschland noch rund 350.000 zugelassene Smart-Zweisitzer auf den Straßen. Diese Community ist da, und jeder wartet auf den Moment, den neuen #2 zu sehen. Gleichzeitig wollen wir damit auch neue Kunden erreichen.

Durch die neue Reichweite und die DC Schnellladefähigkeit gehen wir über den rein urbanen Einsatz hinaus. Das Auto ist natürlich für die Stadt gemacht, aber mit knapp 290 Kilometern Reichweite ist man auch außerhalb der Stadt voll einsatzfähig und kann es an seinen Alltag anpassen. Damit sprechen wir neue Zielgruppen anund das völlig unabhängig vom Alter, vom jungen Fahranfänger bis ins hohe Alter.

Die Nachfrage nach E-Autos zieht kräftig an. Einige Importeure hätten dieses Jahr mehr verkaufen können, wenn sie mehr bestellt hätten. Wie stellen Sie sicher, dass der #2 bei weiter steigendem Interesse auch verfügbar ist?

Florian Nemitz: Wir sind dafür gut vorbereitet. Der europäische Bestellstart war ursprünglich für 2027 vorgesehen. Diesen haben wir jetzt auf den Tag nach der Weltpremiere vorgezogen, um das Momentum aus Paris mitzunehmen.

Und welche Rolle werden Leasingangebote und Rabatte beim Verkauf des #2 spielen?

Florian Nemitz: Wir werden nicht nur über den Preis verkaufen. Aber in dem Wettbewerbsumfeld, in dem wir uns bewegen, bieten wir unseren Kunden natürlich auch attraktive Angebote. Aktuell bieten wir den Barkauf an. Ursprünglich war für Europa nur der Barkauf vorgesehen. Wir werden aber in Deutschland in den nächsten Tagen zusätzlich Leasing- und Finanzierungslösungen anbieten können.


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