Lehnert Tools
Hoher Ladedruck und kompakte Bauweise strapazieren die zusammengesetzten Systemkomponenten der Ladeluft-Systeme moderner Dieselfahrzeuge extrem. Leckagen und damit Leistungsverlust sind keine Seltenheit. Um Ladeluft-Druckverluste sicher zu diagnostizieren, bietet die Firma Lehnert Tools GmbH ein neues Abdrückwerkzeug an.
Leckagen in Ladeluft-Systemen zu finden, war bisher selbst für versierte Kfz-Profis keine einfache Aufgabe. Bei laufendem Motor muss mit möglichst hoher Drehzahl das Ladeluftsystem hochgefahren werden, damit es entsprechend viel Druck aufbauen kann. Erst dann wird mit Leckagespray jede Schlauch-Verbindung und Systemkomponente eingesprüht, um dem Druckverlust auf die Spur zu kommen. Obwohl diese Methode vielfach bewährt ist, hat sie aber auch Nachteile. Einerseits wird der Motor durch hohe Drehzahlen im Stand stark beansprucht, andererseits entstehen Lärm und Abgase, die zu Beeinträchtigungen der Mitarbeiter beziehungsweise der Werkstattumgebung führen können. Auch lassen sich Leckagen nur optisch über das Leckagespray detektieren, da eine akustische Suchmethode durch den Motorlärm ausgeschlossen ist.
Um alle Nachteile bei der Leckagesuche an Ladeluftsystemen auszuschließen, wurde bei der Firma Lehnert Tools GmbH aus Neuenstadt a. K. ein so genanntes Werkzeug zur Dichtheitsprüfung des Ladeluftsystem entwickelt. Das von den Diagnosespezialisten von Lehnert auch einfach nur kurz „Turbostopfen“ genannte Prüfwerkzeug besteht in der Basis-Ausführung aus sechs Verschluss-Stopfen mit den jeweils dazugehörigen Adapter-Stopfen für den Anschluss an ein Pressluftgerät. Im Set enthalten ist auch ein Überdruckventil, das eine Druckbeaufschlagung bis ca. 1, 3 bar zulässt.
Einfache Anwendung
Die Anwendung des Turbostopfensatzes ist denkbar einfach. Hierzu muss einerseits der Luftzuführungsschlauch zum Ladeluftkühler am Verdichter und andererseits der Ladeluftschlauch an der Drosselklappe gelöst und von den Anschlüssen abgezogen werden. In die offenen entfetteten Enden der Schläuche wird auf Seiten der Drosselklappe der Verschlussstopfen und im Luftzuführungsschlauch zum Ladeluftkühler der Adapter-Stopfen montiert. Um einen druckdichten Verschluss der Schlauchenden zu gewährleisten, umfasst bereits das Basis-Set verschieden große Verschlussstopfen, mit denen sich die Anschlussschläuche der gängigsten Fahrzeugmarken druckdicht verschließen lassen. Für exotische Marken und für Nutzfahrzeuge bietet Lehnert-Tools jedoch noch ein zwölfteiliges Erweiterungs-Set für Pkw und ein zweiteiliges Erweiterungs-Set für Nutzfahrzeuge an. Die Verschlussstopfen bestehen dabei durchgängig aus widerstandsfähigen POM (Polyoxymethylen), einem thermoplastischen Kunststoff, der wegen seiner geringen Reibwerte, großen Steifigkeit, hohen Dimensions- und thermischen Stabilität und seiner Unempfindlichkeit gegenüber Kraftstoffen aller Art hierfür besonders geeignet ist. „Die Verschlussstopfen wurden von uns zudem von der Form so bearbeitet, dass sie immer passgenau in die Schlauchenden eingesetzt werden können“, sagt Tobias Lehnert, Junior-Geschäftsführer der Lehnert-Tools GmbH. Konkret bedeutet dies, dass alle Stopfenenden über zwei Stufen verfügen oder im Fall von Drahtbügelsicherungs-Anschlüssen konisch abgedreht und mit einer Ringnut versehen sind. Nach dem Setzen der Verschlussstopfen und dem Festziehen der Schlauchschellen muss anschließend noch das Überdruckventil auf die Bajonett-Druckluftkupplung des Adapter-Stopfens geschoben werden.
Tobias Lehnert macht dabei auf ein wichtiges Detail aufmerksam. Sollte nämlich der Druckluftanschluss am zweistufigen Verschlussstopfen beim Verschließen des Schlauchendes auf der falschen Stopfenseite eingedreht sein und so eigentlich bei korrekter Montage im Inneren des Schlauchendes zu liegen kommen, lässt er sich vor dem Einbau des Stopfens leicht herausdrehen und auf der Gegenseite montieren. So wird sichergestellt, dass der Stopfen immer richtig herum in das Schlauchende eingesetzt werden kann.
Die eigentliche Dichtheitsprüfung des Ladeluft-Systems erfolgt schließlich nach Anschluss eines konventionellen oder digitalen Reifenfüllmessers. Nach der Druckbeaufschlagung des Systems lassen sich Leckagen an Ladeluftschläuchen, sowie Undichtigkeiten an Schlauchschellen und Risse an Turboladern, Ladeluftkühlern und Schlauchflanschen akustisch und visuell über Geräuschentwicklung, Lecksuchspray oder Druckabfall am Manometer sicher feststellen. Auch das Einkreisen von Undichtheiten ist möglich. Je nachdem, wo die Stopfen-Paare montiert werden, können auch Teilbereiche des Ladeluft-Systems, wie zum Beispiel der Ladeluftkühler, einzeln näher untersucht werden. Eine zu hohe Druckbeaufschlagung beim Abdrücken des Ladeluftsystems wird dabei durch das mitgelieferte Überdruckventil zuverlässig verhindert.
Nach Friedrich Lehnert, Senior-Geschäftsführer der Lehnert-Tools GmbH, schätzen vor allem freie Werkstätten, die das Turbostopfen-Set bereits benutzen, die Möglichkeit, an nahezu allen Fahrzeugtypen zeitlich unbegrenzt auf Fehlersuche gehen zu können, ohne dass dabei der Motor durch hohe Standdrehzahlen übermäßig beansprucht wird. Auch Kleinleckagen, die sich meist durch ein leises Zischen an den entsprechenden undichten Komponenten bemerkbar machen und bisher wegen der lauten Motorgeräusche nicht bemerkt wurden, entgehen nicht mehr der Aufmerksamkeit des Kfz-Profis.
Die Basis-Ausstattung mit sechs Paar Turbostopfen und Standardzubehör kann direkt bei Lehnert-Tools für 309,- Euro bezogen werden. Das optionale Zubehör – zwölfteiliges Ergänzungskit für Pkw und zweiteiliger Stopfensatz für Nutzfahrzeuge – wird für 299,- Euro beziehungsweise 51,- Euro angeboten. Marcel Schoch