Neues Transportmittel: Tesla-Chef will Fernverkehr revolutionieren

13.08.2013 19:44 Uhr
Hyperloop
"Hyperloop" soll nach dem Willen von Tesla-Chef Musk das Massentransportmittel der Zukunft werden.
© Foto: Tesla Motors

Röhren, durch die Kapseln beinahe in Schallgeschwindigkeit sausen. Diese Idee hat kein Geringerer als Tesla-Chef Elon Musk, der gerne quer denkt.

Es klingt wie Science-Fiction und könnte doch Realität werden: Der umtriebige US-Unternehmer Elon Musk hat mit "Hyperloop" ein Massentransportmittel der Zukunft vorgestellt. Es handelt sich dabei im Kern um eine überdimensionierte Rohrpost: Auf Luftkissen schwebende Passagierkapseln sollen durch Röhren sausen und dabei beinahe Schallgeschwindigkeit erreichen. Die erste Strecke soll nach den Plänen von Musk zwischen San Francisco und Los Angeles gebaut werden.

Hyperloop sei ein "Transportmittel, das das Reisen revolutionieren könnte", erklärte Musk am Montag, als er die Details seines Vorhabens erläuterte. Die 600 Kilometer zwischen den kalifornischen Metropolen sollen die Kapseln in 35 Minuten zurücklegen. Ein geplanter Schnellzug bräuchte 2 Stunden und 38 Minuten und ein Flugzeug 1 Stunde und 15 Minuten, rechnete Musk zum Vergleich vor.

Eine Hyperloop-Kapsel soll 28 Leute fassen, alle 30 Sekunden soll eine neue Kapsel an einem der Bahnhöfe auf die Reise gehen. Die Kapseln sollen dabei auf 1.220 Kilometern in der Stunde beschleunigen. Um den bei diesem Tempo massiven Luftwiderstand zu verringern, soll der Druck in der Röhre abgesenkt werden und eine Turbine vorne an der Kapsel die Luft "wegschaufeln". Sie soll auch das Luftpolster erzeugen und mit für den Antrieb sorgen. Der elektrische Hauptantrieb würde an den Wänden der Röhre sitzen und im Idealfall von Solarzellen auf der Röhre gespeist werden.

Musk rechnet für die Strecke von San Francisco nach Los Angeles mit Kosten von 6 Milliarden bis 7,5 Milliarden Dollar (bis zu 5,6 Mrd Euro), je nachdem ob Hyperloop auch Waren befördern soll. Der Großteil davon entfiele auf den Bau der eigentlichen Trasse: zwei nebeneinander verlaufende Röhren auf Stelzen. Es wäre großartig, eine Alternative zum Fliegen oder Autofahren zu haben", erklärte Musk.

Eine Fahrt für 20 Dollar

Der von der kalifornischen Regierung geplante Schnellzug wäre dagegen langsamer, teurer und unsicherer als das Flugzeug, monierte er. "Also warum sollte irgendjemand ihn nutzen?" Zudem wäre der Bau der Zugverbindung etwa zehn Mal so teuer wie Hyperloop. «Das scheint nicht klug für einen Staat, der kürzlich noch vor der Pleite stand», sagte Musk in einer Telefonkonferenz. Er rechnete vor, dass eine einfache Hyperloop-Fahrt schon für 20 Dollar machbar sei.

Um die Kosten niedrig zu halten und keine Probleme mit Landrechten zu bekommen, soll die Strecke großteils parallel zur Schnellstraße Interstate 5 laufen, die bis an die mexikanische Grenze bei San Diego reicht. Allerdings ist das Projekt noch weit von der Realisierung entfernt. Durch die Vorstellung seiner Pläne will Musk zunächst Ideen von Außen hereinholen und Hyperloop offen weiterentwickeln. Auch stellte es Musk anderen frei, das Projekt letztlich zu realisieren. "Es ist nicht meine Toppriorität."

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