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Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg: Hilfen müssen verlängert werden

Michael Ziegler
© Foto: Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg

Fehlende Auftragseingänge in den ersten Monaten 2021 werden dem Kfz-Gewerbe noch eine längere Durststrecke bescheren. Baden-Württembergs Landesverbands-Präsident Michael Ziegler fordert die Bundesregierung deshalb auf, die finanziellen Hilfen über den 30. Juni hinaus zu verlängern.


Datum:
11.03.2021
Autor:
dp
Lesezeit: 
3 min
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Michael Ziegler prognostiziert für die Autohändler in Baden-Württemberg ein ganz hartes Jahr 2021, nach den bereits massiven Verwerfungen 2020. Der Präsident des südwestlichen Landesverbandes des Kfz-Gewerbes sagte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz: "Ich jedenfalls kann mich nicht erinnern, im Automobilgeschäft jemals so eng mit dem Rücken an der Wand gestanden zu haben."

Das jetzt mögliche "Click and meet", also die Möglichkeit der Vereinbarung von Terminen zwischen Kunden und Autohändlern, in Gebieten mit einer Inzidenz unter 100 sei zwar ein guter Schritt, erklärte Ziegler. Dennoch fordere die Branche weiterhin die durchgehende Öffnung des Autohandels auch ohne Terminvereinbarung und unabhängig von den Inzidenzwerten – natürlich unter Einhaltung von Hygieneregeln. Autohandelsbetriebe seien mit Sicherheit keine Corona-Hotspots und bräuchten die Öffnung dringend.

40 Prozent niedrigerer Auftragseingang

Zum Jahresstart mit geschlossenen Autohäusern seien die Auftragseingänge bei Pkw um 40 Prozent, teilweise sogar um 60 Prozent, niedriger ausgefallen als 2020. Die derzeit weit weniger rückläufigen Zulassungszahlen, die noch auf Verkäufen aus dem Vorjahr basieren, täuschten über den kapitalen Fehlstart 2021 hinweg, betonte Ziegler. Das für die Branche so wichtige Frühjahrsgeschäft werde teilweise fehlen. Dennoch hält der Verbandschef im Gesamtjahr 445.000 Pkw-Neuzulassungen im Ländle noch für erreichbar. Zum Vergleich: 2020 waren es 425.000, 2019 aber 519.000.

Rückgang auch im Service

Selbst die stets zuverlässige Ertragssäule Service stehe mittlerweile unter Druck, so Ziegler. Die Umsatzverluste der beiden Vorjahre in Höhe von 720 Millionen Euro und eine Werkstattauslastung von aktuell nur noch leicht über 70 Prozent signalisierten keine Aufwärtstendenzen. Einige Unternehmer rechneten gar mit einer Verschlechterung in diesem Bereich.

Hilfe auch im zweiten Halbjahr nötig

Deshalb plädierte Ziegler an die Bundesregierung, die bisher bis zum 30. Juni 2021 befristeten Corona-Hilfsmaßnahmen für Unternehmen –  wie etwa die Überbrückungshilfe III, das KfW-Sonderprogramm 2020 und den KfW-Schnellkredit 2020 – auf die zweite Jahreshälfte auszudehnen. Außerdem: "Wir brauchen für Mischbetriebe eine Absenkung der 30-Prozent-Quote für die monatlichen Umsatzeinbrüche. Und außerdem sollten bei verbundenen Betrieben Fixkosten wie etwa Mieten anrechenbar sein."

Angesichts des Elektro-Hypes zeigte sich der baden-württembergische Landesverbandpräsident auch vorsichtig. Im vergangenen Jahr sei das Volumen der E-Fahrzeugzulassungen im Südwesten zwar um 280 Prozent auf fast 70.000 Fahrzeuge gestiegen. Es gebe aber noch keinen funktionierenden Gebrauchtwagenmarkt. Es bleibe auch die Frage der Ladeinfrastruktur. Unsicher sei, ob die starke Nachfrage anhalte. Es könne auch sein, dass mit der ersten E-Welle vor allem Zweitwagen ersetzt worden seien. In diesem Zusammenhang erneuerte er seine Forderung nach der Technologieoffenheit der Fördermaßnahmen. Saubere Verbrenner könnten in der aktuellen Gesamtbilanz und dem heutigen Energiemix mit der Elektromobilität mithalten.

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