Kältemittel-Streit: Brüssel bleibt hart

21.03.2013 14:52 Uhr
EU-Parlament Brüssel
Vor dem EU-Parlament in Brüssel bestätigte Industriekommissar Antonio Tajani die harte Haltung bei der Kältemittel-Richtlinie.
© Foto: Christoph Papsch / ddp

Die EU-Kommission hat die offiziellen Bitten der Bundesregierung um Aufschub der Kältemittel-Richtlinie zurückgewiesen. Dies gefährde das ordnungsgemäße Funktionieren des Binnenmarktes.

Die EU-Kommission beharrt weiterhin auf Einhaltung der so genannten MAC-Richtlinie, die ein klimafreundliches Kältemittel vorschreibt. Das geht sowohl aus einem Schreiben des Generaldirektorats Unternehmen und Industrie an Bundeswirtschaftsminister Rösler, das asp-Online in Auszügen vorliegt, als auch aus einem Statement des Industriekommissars Antonio Tajani hervor, das der Italiener am Mittwochabend vor dem EU-Parlament gemacht hat.

Die Bundesregierung hatte Anfang März bei der Kommission wegen der von Daimler aufgeworfenen Sicherheitsfragen zum Kältemittel R-1234yf schriftlich um einen weiteren Aufschub der MAC-Richtlinie bis Jahresende gebeten. Aufgrund der zentralen Bedeutung der Richtlinie für die europäischen Bemühungen im Kampf gegen die Klimaerwärmung sei dies aber nicht möglich, heißt es nun im Brüsseler Antwortschreiben.

Die Nicht-Befolgung der Richtlinie durch Daimler führe zudem zu Wettbewerbsnachteilen für die gesetzestreuen Hersteller, heißt es weiter. Sie hätten hohe finanzielle Aufwendungen getätigt, um die Richtlinie pünktlich einzuhalten. Dies gefährde das ordnungsgemäße Funktionieren und die Konsistenz des Binnenmarktes. Dies betonte auch Tajani vor dem Umweltausschuss des EU-Parlaments. (ng)


Ein Mitschnitt der gestrigen Sitzung des Umweltausschusses ist im Internet verfügbar (Beginn des Tagesordnungspunkts bei 1:53:40). Den Link dorthin finden Sie unten in der Infobox unter "Mehr im Netz".

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KOMMENTARE

Heil, Bruno

21.03.2013 - 19:50 Uhr

Diese ungewählten, überbezahlten Eurokraten in Brüssel produzieren viel zu viel Ausschuss. Wenn ich das schon lese: "Generaldirektorat Unternehmen und Industrie", kommt mir die Galle hoch. In welchem Zentral-Überstaat leben wir eigentlich? Wäre über einen deftigen Kommentar hoch erfreut.


A. Schorr

22.03.2013 - 11:02 Uhr

Ichbin ja mal gespannt wie die ersten Schadenersatzforderungen ausschauen werden, wenn im Rahmen der Bergung von brennenden Fahrzeugen Hilfskräfte und Insassen zu Schaden kommen. Sicherlich will dann niemand dafür gerade stehen. Abgesehen davon, dass man zwar den CO2-Ausstoss verringert, andere Umweltbelastungen aber völlig in Kauf nimmt.DenHerstellern ist zur Last zu legen, dass sie mit solchen Echtstudien erst viel zu spät begonnen haben. Zumal die Verfahhrensweisen und Hintergründe der Zertifikate seitens TüV, Dupont usw. lange zuvor bekannt waren.


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