Ist es nun gut oder schlecht, dass die Automobilhersteller immer häufiger Autos ins Werk, respektive die Vertragsbetriebe zurückrufen, wenn sich „im Feld“, also nach Auslieferung an Kunden produktions- oder konstruktionsbedingte Mängel an der Technik auftun? So meldet es zumindest eine aktuelle Studie (vgl. asp-online vom 10.07.). Die Öffentlichkeit ist gespalten, genauso wie die Automobilhersteller.
Es gibt Kunden, die sagen: Ein Auto von einem Hersteller, der seine Erzeugnisse in die Werkstatt zurückruft, kommt mir nicht in die Garage. Der Blick in unsere seit 2003 kontinuierlich gepflegte Rückrufdatenbank (http://www.autoservicepraxis.de/rueckrufe/asp-start) zeigt, dass solche Kunden dann zwangsläufig auf Bus und Bahn angewiesen sind. Denn es gibt praktisch keinen Hersteller/Importeur, der in den letzten Jahren nicht von Rückrufen betroffen war.
Das ist zum einen der steigenden Komplexität der Fahrzeugtechnik geschuldet. Zum anderen führen die aus Kostengründen perfektionierten Plattform-, Baugruppen- oder Gleichteilestrategien immer häufiger dazu, dass ein Fehler sich schlagartig über verschiedene Modelle, gelegentlich sogar über unterschiedliche Hersteller vervielfältigt.
Darum gibt es auch die Klientel der Kunden, die sagt: Fehler können passieren. Ich bin froh, wenn der Hersteller meines Autos mich schnellstmöglich informiert, alle für die Fehlerbeseitigung erforderlichen Informationen schnell zugänglich macht und dann den Fehler schnell und unkompliziert beseitigt. Ein solcher Umgang setzt allerdings eine gewisse Kultur im Umgang mit Fehlern voraus.
Die ist nicht schwer umzusetzen: Schon als Kindern hat man uns eingebläut, für unsere Fehler einzustehen und deren Folgen offensiv zu beseitigen. Es wäre wünschenswert, wenn das Prinzip von allen, nicht nur von einigen Herstellern verinnerlicht würde.
Frank Schlieben, Chefredakteur