Die Europäische Kommission hat jüngst ein Strategiepapier zur Förderung umweltschonender Antriebe veröffentlicht. Im Fokus stehen konkrete, wenngleich nicht verbindliche Zielvorgaben zur Anzahl der Ladestationen für Elektromobile im Jahr 2020. Während sich bisherige strategische Initiativen insbesondere mit alternativen Antrieben und den Fahrzeugen beschäftigten, soll im aktuellen Maßnahmenpapier der Kraftstoffvertrieb berücksichtigt werden, hieß es in einer Mitteilung.
Das Vorschlagspaket "Saubere Energie für den Verkehr" besteht aus Stellungnahmen zu verschiedenen alternativen Energieträgern wie Wasserstoff, Biokraftstoff, Erdgas sowie Autogas. Im Fokus steht jedoch der Ausbau der Strom-Ladesäulen von 11.749 (2011) auf 795.000 (2020). Dabei sollen mindestens zehn Prozent der geplanten Strom-Tankstellen öffentlich zugänglich sein. Die zum Zeitpunkt der Datenerhebung bestehende Ladeinfrastruktur war den Angaben zufolge in den einzelnen Mitgliedsländern sehr unterschiedlich.
Während Deutschland (1.937 Ladestationen), die Niederlande (1.700), Frankreich (1.600) und Spanien, Italien sowie Portugal (alle rund 1.350) auf diesem Gebiet führend sind, stehen Schweden, Zypern, Litauen, Malta (keine Ladestationen) und Bulgarien, Rumänien, Finnland und Lettland (eine Station) noch am Anfang. Bis 2020 soll Deutschland den EU-Plänen zufolge 150.000 Stationen bereit stellen. In Österreich wurden 2011 fast 500 Strom-Tankstellen betrieben. Bis 2020 sollen 11.500 Stationen dazukommen.
Elektromobiler Teufelskreis
Für umweltfreundliche Kraftstoffe identifiziert die EU drei wesentliche Hindernisse: die hohen Kosten der Fahrzeuge, eine geringe Akzeptanz der Verbraucher und der Mangel an Ladestationen und Tankstellen. "Dadurch entsteht ein Teufelskreis. Tankstellen werden nicht gebaut, weil es nicht genügend Fahrzeuge gibt. Fahrzeuge werden nicht zu konkurrenzfähigen Preisen verkauft, weil die Nachfrage nicht groß genug ist. Verbraucher kaufen die Fahrzeuge nicht, weil sie teuer sind und es keine Tankstellen gibt", hieß es.