Bei ihren Autokennzeichen sollen Kreise und Städte nach Plänen der Bundesregierung mehr Freiraum bekommen. Künftig soll bei der Buchstabenkombination für den Verwaltungsbezirk auch "mehr als ein Unterscheidungszeichen" erlaubt sein. Ziel ist es, dass alte Kfz-Kennzeichen wieder ausgegeben werden können, die im Zuge von Gebietsreformen verschwunden waren. Grundsätzlich ermöglicht werden sollen damit allerdings auch ganz neue Buchstabenkombinationen.
"Es geht darum, dass Kennzeichen, die durch Verwaltungsreformen weggefallen sind, wiederbelebt werden können", sagte eine Sprecherin von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Montag in Berlin. Über die Pläne hatte auch die "Westfälische Rundschau" (Montag) berichtet.
In mehreren deutschen Regionen sind Rufe nach einer Rückkehr vertrauter alter Kennzeichen laut geworden. Der Verordnungsentwurf des Verkehrs- und Innenministeriums, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, ermöglicht es zugleich, "dass Unterscheidungszeichen beantragt werden können, die nicht auslaufend waren". Die Pläne sollen voraussichtlich im September im Bundesrat behandelt werden.
Der Präsident des Deutschen Landkreistags Hans Jörg Duppré jedoch ist skeptisch. "Anstatt eine Stärkung regionaler Identität zu bewirken, führt die auf Bestreben einiger weniger Bundesländer geplante Änderung des Kennzeichenrechts vielmehr absehbar zu einem 'Kennzeichenwirrwarr'“, schrieb Duppré laut dpa-Informationen in einem Brief an die Ministerpräsidenten. Das Zusammenwachsen in Kreisen, die bei Gebietsreformen geschaffen wurden, dürfe nicht "durch eine erneute Kennzeichentrennung konterkariert werden.“ (dpa/lr)
Meik