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Autoindustrie: IG Metall sorgt sich um Zulieferer

Die IG Metall sorgt sich um eine Vielzahl kleiner und mittlerer Zulieferbetriebe in der Autoindustrie.
© Foto: picture alliance/imageBROKER/Bernhard Claßen

Der schleichende Abschied vom Verbrennungsmotor bereitet der Autoindustrie und vor allem ihren Zulieferern große Probleme. Manche werden ohne Hilfe von außen nicht überleben, meint die IG Metall.


Datum:
23.12.2019
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Die IG Metall sorgt sich um eine Vielzahl kleiner und mittlerer Zulieferbetriebe in der Autoindustrie. Es gebe eine Gruppe von Unternehmen, die 75 Prozent und mehr Umsatz mit Komponenten des Verbrennermotors machten, sagte der Erste Vorsitzende der Gewerkschaft, Jörg Hofmann, der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. Den Betrieben mit zusammen knapp 300.000 Arbeitsplätzen fehlten häufig zukunftsweisende Geschäftsideen und zudem der Zugang zu Kapital.

"Diese Betriebe brauchen andere Rahmenbedingungen", erklärte Hofmann. Erneut schlägt die IG Metall wie bereits in der Währungs- und Finanzkrise 2008/2009 einen milliardenschweren Zukunftsfonds vor, mit dem der Staat Erstrisiken für Kredite übernehmen solle. Auf dem normalen Kapitalmarkt mit erneut verschärften Kreditvorschriften trage die Branche bereits das "Kainsmal" auf der Stirn, wobei Chancen zur Neuausrichtung nicht wahrgenommen würden. "Es geht nicht um ein Herauszögern des strukturellen Wandels, sondern das Ermöglichen eines Wandels für diese Unternehmen und damit die Perspektive von hunderttausenden von Beschäftigten."

Die Gewerkschaft wirbt nach Hofmanns Angaben in der Branche derzeit um die Beteiligung an einer Management-Agentur, die schwachen Betrieben mit Know-how und erfahrenen Managern helfen könnte. "Manchen Unternehmen fehlt es auch schlicht an Ideen, was man sonst noch herstellen könnte", sagte Hofmann.

Grundsätzlich beurteilt die IG Metall die konjunkturelle Lage ihrer Branchen trotz der weltweit abgeschwächten Autonachfrage als nicht dramatisch. Zwar bauten die Betriebe in großem Umfang Leiharbeit ab und insbesondere bei den Autozulieferern steige die Zahl der Kurzarbeitsanmeldungen. Vieles spreche aber auch dafür, dass sich die Konjunktur bereits im zweiten Halbjahr 2020 wiederbelebe, erklärte Hofmann. Wegen der bestehenden Unsicherheiten strebe man bei den anstehenden Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie im kommenden Frühjahr keinen Abschluss mit einer langen Laufzeit an. "Mit einer kurzen Laufzeit bleiben Korrekturen möglich."

Kurzarbeit im Fokus

Inhaltlich will die Gewerkschaft versuchen, die geplanten gesetzlichen Verbesserungen bei der Kurzarbeit tariflich zu unterstützen. Ein Ziel könnte es sein, die Einkommenseinbußen für die Betroffenen zu minimieren und die Kurzarbeit enger an Qualifizierungen zu koppeln, sagte Hofmann. Auch bei der bislang noch nicht sehr häufig genutzten tariflichen Bildungsteilzeit seien Teilkompensationen der Gehaltsverluste - etwa durch eine Koppelung mit dem Qualifizierungschancengesetz - wünschenswert. Damit würde sich die Attraktivität dieses sinnvollen Instruments deutlich erhöhen. Weitere Arbeitszeitverkürzungen stünden hingegen nicht im Mittelpunkt der derzeit laufenden Diskussionen innerhalb der Gewerkschaft. Ihre Forderungen will die IG Metall erst im kommenden Jahr festzurren.

Enttäuscht zeigte sich der im Oktober in Nürnberg wiedergewählte Gewerkschaftschef über die ergebnislos abgebrochenen Verhandlungen über die Einführung der 35-Stunden-Woche im Osten. Die Arbeitgeber hätten immer neue Themen aufgemacht, so dass man in dieser Konstellation nicht weiterkomme. "Wir werden mit dem Thema nun in den Betrieben antreten, in denen wir durchsetzungsfähig sind", kündigte Hofmann eine Initiative vor allem in den Ost-Werken der großen Autohersteller an. (dpa)

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