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Alternative Antriebe 2030: Strom wie 33 Millionen Haushalte

Durch alternative Antriebe wird der Stromverbrauch in Deutschland bis 2030 enorm steigen. Allein durch die Elektromobilität wird der Bedarf nach einer Berechnung des NPM um 69,4 Terawattstunden steigen - das sind 69.400.000.000 Kilowattstunden. 
© Foto: Armin Wutzer/AUTOHAUS

Durch den Umstieg auf alternative Antriebe steigt der Strombedarf in Deutschland bis 2030 um rund 105,5 Terawattstunden. Das haben Experten der von der Bundesregierung ins Leben gerufenen "Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität" berechnet.


Datum:
20.07.2021
Autor:
aw
Lesezeit: 
4 min
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Der Strombedarf des Verkehrssektors wird durch den geplanten Umstieg auf strombasierte Antriebe und Kraftstoffe bis 2030 um 105,5 Terawattstunden (TWh) wachsen. Zu diesem Ergebnis kommt ein heute veröffentlichter Bericht der "Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität" (NPM). Mit dem Bericht will die von der Bundesregierung ins Leben gerufene Expertenrunde aus Vertretern von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Umweltverbänden Daten für den Hochlauf alternativer Antriebe liefern, die dann als Grundlage für Diskussionen und Entscheidungen dienen können.

Ausbau erneuerbarer Energien

Die als Bedarf ermittelte Strommenge entspricht etwa 20 Prozent des aktuellen deutschen Stromverbrauchs von rund 565,9 TWh (2020) und würde ausreichen, um rund 33 Millionen Zwei-Personen-Haushalte ein Jahr lang mit Strom für Heizung, Warmwasser, Beleuchtung und Elektrogeräte zu versorgen. Zugleich entspricht diese Strommenge mehr als 40 Prozent der heutigen Stromerzeugung durch erneuerbare Energien. Dem errechneten zusätzlichen Bedarf bis 2030 gegenüber standen 2020 lediglich Stromüberschüsse von rund 20 TWh gegenüber, die ins Ausland exportiert wurden.

Damit die Stromversorger die benötigte Energie bereitstellen können und damit die strombasierten Antriebe tatsächlich dazu beitragen, die CO2-Emissionen zu senken, fordert die NPM daher mit Nachdruck, erneuerbare Energien zügig auszubauen. Darüber hinaus sei auch notwendig, die produzierte Energie effizienter zu nutzen.

Drei Antriebssäulen: Batterieelektrisch, Brennstoffzelle und Power to Liquid

Die 105,5 als Bedarf errechneten Terawattstunden verteilen sich auf drei Säulen. Den Löwenanteil von 69,4 TWh verbrauchen laut Prognose vollelektrische Pkw und Lkw, Plug-in-Hybride, Oberleitungshybrid-Lkw und sonstige batterieelektrische Fahrzeuge. Insgesamt geht die NPM bis 2030 von mehr als 15 Millionen mit Strom betriebenen Fahrzeugen aus.

Weitere 17,5 TWh fließen laut Prognose in den Wasserstoffbereich. Davon wiederum sollen Straßenfahrzeuge rund die Hälfte verbrauchen (lt. Prognose ca. 180.000 Fahrzeuge bis 2030). Der Rest verteilt sich auf den Einsatz von Wasserstoff in Zügen, Raffinerien und für die Kompression von Wasserstoff.

Der dritte Bereich schließlich ist "Power to Liquid". Damit sind mittels Strom erzeugte synthetische Kraftstoffe für herkömmliche Verbrennungsmotoren gemeint. Hierzu hat die NPM in ihrem Bericht einen Strombedarf von 18,5 TWh bis 2030 errechnet. Diese verteilen sich zu je 5,7 TWh auf den Flugverkehr und 12,9 TWh auf den Straßenverkehr.

Basis der Berechnungen zum voraussichtlichen Strombedarf sind bestehende Werte zu den Hochlaufszenarien der alternativen Antriebe und Kraftstoffe aus vorangegangenen Berichten des NPM.

Plädoyer für Technologie-Mix

Dass der Strombedarf in den drei Bereichen so unterschiedlich verteilt ist, liegt laut NPM daran, dass die unterschiedlichen Bereiche unterschiedlich stark wachsen. Die Autoren weisen zudem darauf hin, dass die CO2-Ersparnis je Terawattstunde bei rein elektrischen Antrieben mit Abstand am höchsten ist. Grund dafür ist der deutlich höhere Wirkungsgrad rein batterieelektrischer Antriebe, bei denen die Energie direkt zur Fortbewegung genutzt werden kann und nicht erst in Wasserstoff oder ein "E-Fuel" umgewandelt werden muss.

Trotz des geringeren Wirkungsgrades von Wasserstoff- und Power to Liquid-Antrieben spricht sich die NPM explizit dafür aus, diese zu nutzen: "Um die Klimaziele 2030 und darüber hinaus zu erreichen, werden alle drei diskutierten Technologien beziehungsweise Kraftstoffe, also batterieelektrische Antriebe, Brennstoffzellenantriebe und PtL, notwendig", heißt es dazu im Bericht der NPM. Aus diesem Grund müssten auch alle drei weiter gefördert werden, so die Schlussfolgerung. Daneben sollte die Politik auf Basis von Gesprächen mit der Industrie verlässlich festlegen, welche der drei Antriebstechnologien im Schwerlastverkehr die wichtigste Säule sein solle. Denn anders als im Pkw-Bereich sei hier noch keine klare Tendenz erkennbar. Eine verlässliche Pfadentscheidung sei jedoch im Hinblick auf die weitere Planung der Infrastruktur sinnvoll.

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