15 AUTOHAUS Schadenforum: K&L-Werkstätten müssen Sensoren kalibrieren

Bei der abschließenden Fragerunde ging es auch um das Thema Haftung, wenn etwas passiert.
© Foto: Udo Geisler

Beim 15. Schadenforum in Potsdam diskutierte asp mit Experten über die Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen. Das Thema kommt auf breiter Front. Werkstätten sollten entsprechend aufrüsten und Mitarbeiter schulen.

Von Dietmar Winkler/asp AUTO SERVICE PRAXIS

Die korrekte Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen (FAS) und die Investition in entsprechende Ausrüstung wird für Karosserie- und Lackbetriebe immer wichtiger. Das war die Kernbotschaft einer Diskussionsrunde zur FAS-Kalibrierung im Rahmen des 15. Schadenforums von AUTOHAUS und asp AUTO SERIVE PRAXIS in Potsdam. Moderiert wurde die Expertenrunde von Dietmar Winker, Chefredakteur von asp AUTO SERVICE PRAXIS.

Rainer Schwanfelder, Inhaber und Geschäftsführer des Karosserie- und Lackierzentrums Schwanfelder in Rednitzhembach bei Nürnberg, riet den anwesenden Kollegen, sich frühzeitig mit der Thematik auseinanderzusetzen. In Potsdam präsentierte der Unternehmer eine High-End-Lösung aus seinem K&L-Betrieb, wo vor kurzem eine eigene Prüfhalle auf dem neuesten Stand der Technik eingeweiht wurde: "Für mich war schnell klar, dass es eine separate Halle sein muss, wo praktisch unter Laborbedingungen gemessen wird. Wir arbeiten dort nicht mit schweren Werkzeug."

Er sprach sich dafür aus, dass die Voraussetzungen in den Betrieben zur korrekten Einstellung von FAS stärker als bislang überprüft werden sollte, da neben dem richtigen Equipment auch gut ausgebildetes Personal notwendig sei. "Hier geht es schließlich um die Sicherheit der Systeme, auf die sich der Fahrer verlassen können muss", so Schwanfelder.

Bei der Anschaffung des Kalibriersystems seien ihm möglichst kurze Rüstzeiten wichtig gewesen. "Bei unserem digitalen System habe ich sehr geringe Rüstzeiten und benötige maximal zehn Minuten für die Sensoreinstellung, mit dem analogen System dauert das bis zu einer Stunde“, erklärte Schwanfelder.


15. AUTOHAUS Schadenforum K&L

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Dr. Harald Neumann, Senior Consultant im Bereich Automotive Aftermarket bei Bosch, unterstrich, dass es sinnvoll sei, vor der Kalibrierung den Fehlerspeicher des Fahrzeugs auszulesen, um eventuell bereits vorliegende Fehler zu erkennen. Zudem sollte nach jeder statischen Sensorkalibrierung eine ausführliche Probefahrt gemacht werden. Erst dann sei die richtige Funktion der Fahrerassistenzsysteme abschließend zu beurteilen.

Imre Makra, Produktmanager bei Werkstattaurüster Beissbarth, empfahl, dass Werkstätten vor Anschaffung eines Kalibriersystems und der notwendigen Peripherie genau kalkulieren sollten, ob sich die Anschaffung lohnt. Mit Achsvermessung und Diagnosegerät sei man schnell bei über 20.000 Euro. "Werkstätten, die vor allem ältere Autos reparieren, sind mit dem Thema noch nicht so sehr konfrontiert, da ist vielleicht die Kooperation mit einem Markenbetrieb sinnvoll", so Makra. Zentrale Punkte bei der Auswahl des Geräts seien die Richtzeiten sowie die Präzision der Kalibrierung. Ebenfalls wichtig sei die Prozesssicherheit, damit alles nach Herstellervorgaben läuft.

Michael Zierau, Leiter des Referats Technik im ZKF, sagte, dass bei den 600 Eurogarant-Betrieben die Kalibrierung der elektronischen Helfer bereits zum Tagesgeschäft gehöre. Um die erbrachten Leistungen auch abrechnen zu können, sei jedoch eine lückenlose Dokumentation der Arbeitsschritte von Bedeutung. Das gelte auch für die Probefahrt, die er für unverzichtbar hält. "Die Probefahrt nach der Kamera- und Sensorkalibrierung hat mit der normalen Probefahrt nach einer Reparatur nichts zu tun", erklärte Zierau Der Zeitaufwand sei viel höher und müsse vom Versicherer auch entsprechend vergütet werden.

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