Donnerstag, 24.10.2019
Verkehrsblatt IVW
IAA 2019

Messe im Wandel

Messe im Wandel
Die diesjährige Internationale Automobilausstellung (IAA) möchte sich als Messe für die Mobilität von morgen präsentieren.
© Foto: VDA

Die diesjährige Internationale Automobilausstellung (IAA) möchte sich als Messe für die Mobilität von morgen präsentieren. Notgedrungen, denn viele große Autohersteller kehren Frankfurt dieses Jahr den Rücken.

Wer Autoneuheiten sehen will, für den ist die Internationale Automobilausstellung (IAA) das Maß der Dinge - zumindest war es viele Jahrzehnte so. Das hat sich die letzten Jahre etwas gewandelt. Obwohl auch dieses Jahr wieder einige Autoneuheiten vorgestellt werden - darunter auch einige Elektromodelle der Hersteller -, steht die Neuvorstellung von Autos auf der Messe nicht mehr im Vordergrund. Unter dem Motto "Driving Tomorrow" sollen dieses Jahr vom 12. bis zum 22. September auf dem Frankfurter Messegelände vor allem Technologien und digitale Lösungen für die Mobilität von morgen gezeigt werden.

Viele Absagen

Das sehen die Autohersteller offensichtlich ähnlich, denn viele haben die Größe ihrer Stände deutlich reduziert. Audi ist wie bereits 2017 nicht mehr in einer dreistöckigen Extra-Halle auf dem Freigelände anzutreffen und hat sich wieder dem Gemeinschaftsstand von VW angeschlossen. Auch BMW möchte deutlich weniger in den Messeauftritt investieren und hat die Ausstellungsfläche in Halle 11 verkleinert, die wiederum auch von Opel und Hyundai belegt wird. Auch Ford ist dieses Jahr kleiner vertreten und in Halle 8 zu finden.

Kleinere Ausstellungsflächen sind das eine, auf der anderen Seite bleiben aber auch viele Autohersteller der Messe fern. Zahlreiche Automarken wollen nicht in Frankfurt dabei sein. Volvo verzichtet schon seit Jahren auf die Teilnahme, dieses Jahr fehlen jedoch auch Rolls-Royce, Aston Martin, Alpine oder Dacia sowie die General-Motors-Marken Chevrolet und Cadillac. Französische Hersteller wie Renault (nur mit dem Zoe und Captur im Forum vertreten), Citroën oder Peugeot fehlen ebenso wie sämtliche Marken aus dem FCA-Konzern. Bei den Japanern ist die Liste der Fehlkandidaten mit Nissan, Mazda, Suzuki, Subaru und Toyota fast komplett. Bei den Koreanern ist Kia nicht mit dabei.

Weg von klassischer Ausstellung

Die Entwicklung scheint auch den Veranstaltern vom Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) nicht entgangen zu sein. Um die Lücken in der Messe zu füllen, sollen zukünftig mehr namhafte IT- und Technologieunternehmen vor Ort sein. "Wir gehen weg von der klassischen Ausstellung und hin zu einem dynamischen Event", formuliert es VDA-Präsident Bernhard Mattes. Interaktive Showrooms sollen die Facetten der Megatrends vernetztes und automatisiertes Fahren, Elektromobilität, alternative Antriebe sowie urbane und digitale Mobilitätskonzepte mit allen Sinnen erlebbar machen. So wurde die New Mobility World (NWM), die bislang eher versteckt in Halle 3 zu finden war, nun deutlich prominenter in Halle 5 untergebracht - dort wo auch zahlreiche der neuen IT-Unternehmen zu finden sind. Im Expobereich mit Themenparks und Demoflächen werden zudem Zukunftstechnologien präsentiert.

Eventcharakter haben auch die Probefahrten, die auf der Automesse ausgiebig angeboten werden sollen. Beim "Test Drive" auf dem Freigelände West können Besucher neben effizienten Benzinern und Diesel-Fahrzeugen auch Elektroautos und Fahrzeuge mit Brennstoffzelle testen. Wer sich lieber chauffieren lassen will, kann autonom fahrende Shuttle-Busse rund um Halle 10 ausprobieren. Doch nicht nur Autos stehen im Fokus: Auf dem 1.500 Quadratmeter großen E-Bike-Parcours haben Teilnehmer die Möglichkeit, E-Fahrräder und E-Scooter zu testen. Direkt daneben befindet sich der Offroad-Parcours, auf dem wiederum SUV und Geländewagen unterschiedlicher Größen auf einem speziellem Parcours auf ihre Gelängegängigkeit getestet werden können.

Vier Bühnen für 200 Redner

Daneben plant der VDA auch ein umfangreiches Konferenzprogramm auf der IAA. In dem Bereich "IAA Conference" (Halle 5) sind Diskussionsrunden und Vorträge auf vier Bühnen geplant, was einer Verdoppelung im Vergleich zur letzten IAA von 2017 entspricht. Themen sind dort unter anderem Elektromobilität, alternative Antriebe, künstliche Intelligenz oder Smart Cities. Rund 200 Sprecher sind eingeplant, darunter Führungspersönlichkeiten vieler IT-Unternehmen wie etwa Virgina Rometty, CEO von IBM, oder Facebooks Vice President Mark D'Arcy. Aber auch Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg ist angekündigt.

Kurzfassung

Auf der IAA stehen dieses Jahr weniger die Autovorstellungen als vielmehr die Megatrends der neuen Mobilität im Fokus. Die Messe setzt auf Events, Probefahrten und ein umfangreiches Vortragsprogramm.

Autor: Alexander Junk

 
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