Sonntag, 25.08.2019
Verkehrsblatt IVW
04.02.2015

¬ Ferrari 488 GTB

Ausgesaugt?

Ferrari 488 GTB

Nicht nur Downsizing sondern auch eine optimierte Aerodynamik sorgen beim Ferrari 488 GTB für verbesserte Verbrauchswerte.
© Foto: Ferrari

Das Cabrio California T hat es vorgemacht: Nun setzt Ferrari auch beim Nachfolger seines Mittelmotorsportlers 458 Italia auf Turboladung. Dank der Zwangsbeatmung kommt der V8 des neuen 488 GTB bei relativ kleinem Hubraum auf 492 kW/670 PS Leistung. Premiere feiert der Supersportwagen auf dem Genfer Salon (5. bis 15. März).

Äußerlich ähnelt der Neue bis auf die zusätzlichen Lufteinlasskanäle auf den hinteren Kotflügeln noch dem 458, hinter beiden den Sitzen kommt nun aber der aus dem Frontmotor-Cabrio bekannte 3,9-Liter-Biturbobenziner zum Einsatz, der den noch 4,5 Liter großen Sauger des Vorgängers in fast jeder Beziehung alt aussehen lassen soll. Zunächst einmal bei der Leistung: Die wächst um 100 PS, das Drehmoment legt sogar um 210 Nm auf 760 Nm zu. Entsprechend besser sind die Fahrleistungen: Der Spurt auf Tempo 100 wird in nur 3 statt 3,4 Sekunden gelingen, weitere 5,3 Sekunden später soll die 200er-Marke erreicht werden. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit jenseits der 330 km/h angegeben (458: 325 km/h). Weiterer Effekt der Turboaufladung: Durch den geringeren Hubraum sinkt der Normverbrauch von 13,3 auf 11,4 Liter.

Bei der Verbrauchsreduzierung spielt auch die überarbeitete Aerodynamik eine Rolle. Dabei ging es aber nicht vordringlich um einen reduzierten Luftwiderstand, sondern um größeren Abtrieb. Dafür sollen neben den neuen Einlasskanälen vor den Hinterrädern größere Lufteinlässe und eine doppelte Spoilerlippe an der Front, ein neuer Unterboden und ein Diffusor mit aktiven Luftleitelementen sorgen. Auch bei der Elektronik haben die Italiener nachgelegt. So ist der Drift-Assistent nun stärker mit Differenzial und aktivem Fahrwerk vernetzt. Im Cockpit gibt es ein neues Infotainment-System und neue Instrumente.

Der 488 GTB ist auch eine Reaktion auf die neue Konkurrenz in Person des McLaren 650S, der ein sehr ähnliches Motorenkonzept mit kleinem Hubraum und zwei Turboladern verfolgt, mit 477 kW/650 PS aber knapp unter dem Leistungsmaximum des Ferrari bleibt. Zu den weiteren Wettbewerbern des Italieners zählen Lamborghini Huracan, Audi R8 und Porsche 911 Turbo. Beim Preis dürfte sich der Ferrari mit wohl deutlich über 200.000 Euro an die Spitze setzen. (sp-x)

 
 

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