Schwabenpower

19.07.2013 12:02 Uhr

Weiterbildung & Karriere

Nimmt man die Ergebnisse des letzten Wettbewerbs „Auto Service Meister“, dürften Betriebe keine Nachwuchssorgen plagen. Knapp ein Jahr nach Ende des letztjährigen Wissenstests hat sich asp beim talentierten Meister-Nachwuchs des Jahres 2012 erkundigt.

Der Mensch besteht zu 70 Prozent aus Wasser – der Rest ist Einstellung. So zumindest lautet eine Volksweisheit. Und in puncto Engagement gab es bei den meisten Teilnehmern des letztjährigen Wettbewerbs für Kfz-Meister wiederholt nichts zu bemängeln. Fortbildung sehen sie nicht als inhaltsleeres Lebenslauf-Tuning, vielmehr ist der Wissenserwerb für sie in der hochtechnologischen Automobilbranche eine Selbstverständlichkeit.

Überall wird das Schreckensszenario des Fachkräftemangels an die Werkstattwand geworfen. Legt man allerdings die Ergebnisse des vergangenen August zu Ende gegangenen Wettbewerbs Auto Service Meister (ASM) 2013 zu Grunde, dann kann der geneigte Betrachter davon ausgehen, dass die Kfz-Branche von den Nachwuchssorgen der deutschen Wirtschaft verschont bleibt. Die meisten der mehr als 200 Teilnehmer glänzten mit exzellentem Branchen-Know-how. Vor allem die drei Erstplatzierten, Eugen Hammer, Joachim Bader und Michael Bendt überzeugten auf ganzer Linie und erhielten ihr verdientes Preisgeld auf dem ZF Friedrichshafen-Messestand der Automechanika im September des vergangenen Jahres.

Talentförderung

Die Prämie stellt nach Ansicht der Organisatoren asp, ZF Services, Coparts Deutschland und der LDB-Gruppe eine wichtige Talentförderung dar. Seit dem vergangenen Wettbewerb ist knapp ein Jahr vergangen, mit dem Erscheinungstermin der vorliegenden asp fällt der Einsendeschluss für den laufenden Wettbewerb zusammen. Bevor wir also den ASM-Sieger 2013 bekannt geben, ist ein guter Zeitpunkt, kurz innezuhalten, um traditionell die letztjährigen Gewinner zu befragen. Der Auto Service Meister von 2012, Eugen Hammer, hat sein Preisgeld zu einem großen Teil in die eigene Fortbildung fließen lassen. Da er den Vollzeit-Meister- bzw. Technikerkurs an der Robert-Bosch-Schule in Ulm absolviert hat, standen den Weiterbildungskosten nur wenig Einnahmen gegenüber – aus diesem Grund kam die ASM-Finanzspritze sicher nicht ungelegen. Eugen Hammer hat unmittelbar von der erfolgreichen Meisterprüfung profitieren können: So arbeitet er als mitarbeitender Meister im gleichen Servicebetrieb, bei dem er auch die Ausbildung erhielt. Der Betriebsinhaber des AH Bopfingen hat den 27-Jährigen dazu für ein Jahr freigestellt. Hammer legte die Meisterprüfung erfolgreich ab und hat im Zuge dessen mehrere Tätigkeiten seines Chefs übernommen. So organisierte er zwar zuvor bereits die Abläufe in der Werkstatt und brachte sich als Diagnose-Spezialist ein. Als Kfz-Meister mit Ausbildungsberechtigung kümmert er sich jetzt zudem um die drei Auszubildenden bei dem Opel-, Kia- und Chevrolet-Servicepartner in der Nähe von Aalen. Zudem gehört auch die Arbeit in der Dialogannahme und die Kommunikation mit den Kunden zu den Aufgaben des ASM-Siegers 2012.

Lebenslanges Lernen

Ausgelernt hat er nach seinem Abschluss natürlich noch lange nicht: Erst kürzlich besuchte er Lehrgänge zum Thema Service von Elektrofahrzeugen. Neben einer einwöchigen Hochvolt-Schulung an der Akademie des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe besuchte er Lehrgänge von Opel zur Arbeit mit dem E-Modell Ampera. Darüber hinaus bietet der schwäbische Betrieb Autogas-Umrüstungen an. Auch in diesem Bereich sind regelmäßig Weiterbildungen fällig. Sein Interesse und sein Talent für Technik stellten die Lehrer bereits frühzeitig in der Realschule fest. Auf Anraten der Lehrer bewarb sich Eugen Hammer als Indus-triemechaniker in der Metallbranche. Da Lehrstellen jedoch spärlich gesäht waren, entschied er sich letztlich für die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Ein Glück für seinen Ausbildungsbetrieb, dem er immer noch treu ist, und allgemein für die Kfz-Branche.

Kurs Ingenieurslaufbahn

Joachim Bader hat seine Meisterausbildung zum Techniker in der Parallelklasse von Eugen Hammer an der Robert-Bosch-Schule Ulm absolviert. Anfang Juli hat er die letzte mündliche Prüfung erfolgreich hinter sich gebracht. Der 29-Jährige stellte sich schon als Kind und Jugendlicher geschickt an und begeisterte sich für Basteln und Tüfteln, u.a. mit Lego-Technik. Das Spielzeug ebnete sozusagen den Weg zur späteren technischen Leidenschaft und heutigen Expertise. Die Reparaturarbeiten der Haus- und Gartengeräte mit den Verwandten taten ein Übriges. Als Schüler arbeitete er in den Ferien bei Pistenbully Laupheim, einem der größten Hersteller von Pistenraupen. Dort war er u.a. in der Produktion der Ketten sowie der Aufarbeitung von Komponenten beteiligt. Dazu passt, dass der Ulmer ein passionierter Snowboarder ist und den Produkten immer wieder beim winterlichen Bergsport begegnet. Joachim Bader erlernte sein handwerkliches Rüstzeug nach dem Abitur bei der Iveco Magirus AG. Nach der Lehre wechselte er zur Firma Ziegler Gabelstapler GmbH als Service-Monteur in den Außendienst, um weitere berufliche Erfahrungen zu sammeln, bevor er sich schließlich in der RBS Ulm einschrieb. Aktuell hat er nicht nur den Meisterbrief, sondern auch einen Arbeitsvertrag in der Tasche. Er wird eine Ingenieurstätigkeit beim Beratungsdienstleister Euro Engineering AG in Ulm beginnen. Sein Aufgabenspektrum wird aller Voraussicht nach die Konstruktionsprozesse im Bereich Nutzfahrzeugbau umfassen, erklärte er.

Fuhrpark-Wartung

Michael Bendt ist nach dem Kfz-Meisterkurs bei einem Recycling-Unternehmen beschäftigt. Dort wartet bzw. repariert er den betriebseigenen Fuhrpark. Das im Bereich Schrott-, Müll- und Papiertransport tätige Unternehmen verfügt über sechs Lkw, Baumaschinen und Gabelstapler. Woher die Leidenschaft für Technik? Auch bei Michael Bendt kristallisierte sich diese frühzeitig heraus: In der Jugend hatte er ein Mofa, an dem er häufig herumschraubte. Das habe ihm immer schon Spaß gemacht. Bestätigung fand er auf der Wirtschaftsschule. Diese schloss er zwar erfolgreich ab, in Richtung eines Bürojobs, wie viele seiner Mitschüler, sollte es dann aber doch nicht gehen. Lieber wollte er handwerklich tätig sein. Sein Kfz-Know-how erlernte der 26-Jährige bei MAN. Er war vier Jahre dort beschäftigt und wechselte im Anschluss zu einem Mercedes-Benz-Nutzfahrzeug-Betrieb, bevor er die Meisterausbildung in Ulm begann. Die Arbeit mit großen Fahrzeugen ist kein Nachteil bei seinem Hobby: Michael Bendt fertigt Modell-Lkw, die über eine eigene Hydraulik und Elektronik verfügen. Er ist in einem Modellbauer-Verein und besucht mit Gleichgesinnten Messen, beispielsweise in Friedrichshafen, Dortmund und Sinsheim. Martin Schachtner

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