Mannol: Schmierstoffe im Strukturwandel

04.03.2026 11:19 Uhr | Lesezeit: 4 min
Konstantin Gaab Mannol
"Unser Ansatz ist es, industrielle Kompetenz mit effizienter Distribution zu verbinden", sagt Konstantin Gaab, Geschäftsführer von Mannol.
© Foto: Mannol / SCT Germany

Preisdruck, Regulierung und veränderte Handelsstrukturen prägen den Schmierstoffmarkt. Mannol will sich im Aftermarket langfristig behaupten. Zwei Produktionsstandorte und digitale Prozesse sollen die Wettbewerbsfähigkeit sichern.

Der europäische Schmierstoffmarkt ist kein Selbstläufer mehr. Strengere Vorgaben, schwankende Lieferketten und ein immer stärker konzentrierter Handel setzen Hersteller unter Druck. Für Hersteller Mannol ist das allerdings kein Signal zum Abwarten – sondern offenbar ein klarer Handlungsauftrag.

"In vielen Regionen ist der Markt faktisch gesättigt", sagt Geschäftsführer Konstantin Gaab. Wachstum entstehe deshalb vor allem über Marktanteile – und über konsequente Wettbewerbsfähigkeit. Genau hier setzt Mannol an: mit einem breiten Sortiment, normkonformen Produkten und einer Preisstruktur, die bewusst scharf kalkuliert ist. Möglich wird das durch hohe Produktionsvolumina und die Kontrolle zentraler Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Produktion an zwei starken Standorten

Gefertigt wird an zwei Standorten: im litauischen Klaipėda und in Jebel Ali bei Dubai. Beide Werke arbeiten laut Mannol eigenständig und ergänzen sich strategisch. Während Klaipėda vor allem Europa und Amerika versorgt, bedient Dubai die Märkte in Asien und Afrika. Die geografische Aufteilung verkürzt so Lieferwege und erhöht die Versorgungssicherheit – ein klarer Vorteil in bewegten Zeiten.

Ein Kern der Unternehmensstrategie ist die sogenannte "vertikale Integration". Mannol mischt und prüft Schmierstoffe in eigenen Laboren, produziert Kunststoffgebinde selbst, füllt ab und steuert die Verteilung digital. Parallel baut das Unternehmen nach eigenen Angaben gezielt Additivkompetenz auf, um innerhalb geltender Normen wie API oder ACEA technische Optimierungen umzusetzen zu können. Moderne Laborinfrastruktur sollen dafür die Grundlage schaffen.

Logistik als echter Wettbewerbsvorteil

Auch in der Logistik setzt Mannol auf Eigenständigkeit und Tempo. Über die Logistikzentren in Wedel und Braunschweig werden Bestellungen weitgehend automatisiert verarbeitet – bis hin zur Losgröße 1. Just-in-Time-Lieferungen, Dropshipping oder Direktversand im Namen des Kunden gehören zum Alltag.

Beim Thema Elektrifizierung und Nachhaltigkeit verfolgt das Unternehmen einen pragmatischen Ansatz. Klassische Antriebe werden weltweit noch länger eine Rolle spielen. "In vielen Märkten wachsen klassische Antriebe weiter, insbesondere außerhalb Europas. Zudem sind wir nicht ausschließlich im Automotive-Bereich tätig, sondern auch in Industrie, Agrar und Marine", sagt Gaab.

Das langfristige Ziel ist klar: als verlässlicher Partner mit stabiler Lieferperformance und einer klar definierten Preis-Leistungs-Positionierung im Markt zu bestehen – auch unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen. "Wir können technisch auf hohem Niveau arbeiten und gleichzeitig preislich attraktiv bleiben – nicht als Billiganbieter, sondern als wirtschaftlich effizienter Hersteller", sagt Gaab.


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