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Hohe Energiekosten: Spar-Tipps für Werkstätten

Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Energieverbrauch der Werkstatt reduzieren.
© Foto: Adobe Stock/Looker Studio

In Zeiten hoher Strom- und Gaspreise ist jede Werkstatt gut beraten, den Energieverbrauch zu reduzieren und unabhängiger vom Stromnetz zu werden. Wir geben Tipps, an welchen Stellschrauben gedreht werden kann.


Datum:
10.11.2022
Autor:
Alexander Junk/asp AUTO SERVICE PRAXIS
Lesezeit: 
5 min
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Kurzfassung

Energiesparen ist in aller Munde und auch für Werkstätten wichtig. Wir zeigen, welche Sparmaßnahmen es gibt und was die Betriebe tun können, um ihre Engergieeffizienz zu verbessern und autark vom Stromnetz zu werden.

Die Energiepreise schießen durch die Decke: Strom, Gas und Öl erreichen neue Rekordhöhen, was auch die Kfz-Betriebe zu spüren bekommen. Es kann jedoch an verschiedenen Stellschrauben gedreht werden, um den Verbrauch zu reduzieren.

Moderne Werkstattausrüstung

Ein wichtiger Stellhebel ist es, die Energieeffizienz zu erhöhen, damit die Werkstatt mit weniger Energie auskommt und sie nicht teuer einkaufen muss. Welche Maßnahmen dafür umgesetzt werden, ist je nach Werkstatt sehr unterschiedlich und hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. Empfehlenswert ist deshalb der Einsatz eines Energieberaters, der sich die Werkstatt vor Ort ansieht und ein individuelles Konzept erstellt (siehe Interview mit Alexander Granzin von Partslife).

Stromfresser in der Werkstatt können beispielsweise alte Geräte sein, die nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik sind und deshalb mehr Energie verbrauchen. Hier sollte die Werkstatt auf energieeffiziente Werkstattausrüstung und den aktuellen Stand der Technik setzen. Dabei sollte es aber nicht übertrieben werden, denn die Kosten müssen im Verhältnis zum Nutzen stehen. Eine Hebebühne benötigt zwar viel Energie, ist aber über den Tag verteilt nur einen kurzen Zeitraum in Betrieb. Die hohe Leistung wird also nur kurzzeitig genutzt, der Stromverbrauch lässt sich hier also kaum reduzieren. Besser ist es hingegen, Geräte in Augenschein zu nehmen, die oft laufen und womit sich ein hoher Einspareffekt erzielen lässt. Viele Werkstätten arbeiten beispielsweise noch mit Druckluft, um verschiedene Geräte wie Schlagschrauber oder Sprühpistolen zu betreiben. Kommt dabei ein älteres System zum Einsatz, ist es sinnvoll, das System auf Leckagen zu überprüfen und abzudichten. Denn kommt es irgendwo zu einer Undichtigkeit, entweicht Luft und der Kompressor muss länger in Betrieb sein, was die Stromrechnung in die Höhe treibt. Auch der Tausch eines alten gegen einen neuen Kompressor kann sinnvoll sein.Viele Betriebe ersetzen Druckluftgeräte zudem durch akkubetriebene Geräte, die effizienter sind.

Einen großen Stromspareffekt gibt es auch, wenn die Beleuchtung des Kfz-Betriebs auf den neuesten Stand gebracht wird. Denn wenn die stromhungrigen Leuchtstoffröhren durch die LED-Technik ersetzt werden, lässt sich im Regelfall viel einsparen. Auch hier gilt jedoch: Das lohnt sich nur an Stellen, an denen die Beleuchtung oft genutzt wird. Eine Abstellkammer wird davon nicht profitieren.

Autarkie empfehlenswert

Auch im Bereich des Gebäudes und der Heizung gibt es Stellschrauben, an denen sich drehen lässt. Mit entsprechenden Dämm-Maßnahmen am Gebäude können beispielsweise Heizkosten eingespart werden. Auch der Austausch der Fenster kann sinnvoll sein, ist aber sehr teuer. Viele freie Werkstätten setzen zudem noch auf öl- und gasbetriebene Heizungen. Hier ist ein hydraulischer Abgleich empfehlenswert, damit die Heizenergie nicht sinnlos verpulvert wird und alle Räume mit der benötigten Heizleistung geheizt werden, was oftmals nicht der Fall ist.

Ein gewisses Maß an Autarkie ist für die Werkstatt ebenfalls empfehlenswert. Blockheizkraftwerke können beispielsweise nicht nur Wärme, sondern auch Strom produzieren. Sie werden aber mit Gas betrieben. Grüner sind Fotovoltaik-Module auf dem Dach, was je nach Standort viel Stromkosten einspart.

Fragen an ...

Alexander Granzin, Energieexperte bei der Partslife GmbH in Neu-Isenburg
© Foto: Partslife

asp: Herr Granzin, wie sollten Werkstätten vorgehen, wenn sie Energie einsparen wollen?

Alexander. Granzin: Als Erstes sollten sie die Energieeffizienz des Betriebs überprüfen lassen. Bei Partslife haben wir Energieeffizienz-Berater, die in die Werkstatt kommen und in einer individuellen Beratung auf die Gegebenheiten eingehen und dann entsprechende Maßnahmen empfehlen. Der Berater kennt im Regelfall auch Fördermaßnahmen vor Ort, die oftmals wechseln.

asp: Welche Maßnahmen bringen etwas?

A. Granzin: Die Werkstatt sollte auf energieeffiziente Werkstattausrüstung und den aktuellen Stand der Technik setzen. Kompressoren zur Drucklufterzeugung sollten überprüft und eventuelle Leckagen abgedichtet werden. Bei der Heizung sollte ein hydraulischer Abgleich gemacht  werden. Auch eine Dämmung des Gebäudes kann sinnvoll sein. Sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft, gibt es noch die Möglichkeit, den Strom  cleverer einzukaufen. Man sollte sich einen Stromanbieter suchen, der einen Flextarif anbietet.

asp: Ist die eigene Erzeugung von Strom sinnvoll?

A. Granzin: Das kommt immer auf den Standort und die örtlichen Gegebenheiten an. Gerade im Süden Deutschlands kann es sinnvoll sein, in eine Fotovoltaikanlage und einen Batteriespeicher zu investieren. Hier ist aber auch die Dachfläche oder Verschattung entscheidend. Blockheizkraftwerke können sowohl Wärme als auch Strom produzieren und sind gerade dort sinnvoll, wo eine konstant hohe Grundlast vorhanden ist. Da sie mit Gas betrieben werden, sollte hier aber genau nachgerechnet werden.

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