Finger weg vom Dispo- oder Überziehungskredit auf dem Geschäftskonto. Die Berechtigung dieser ein wenig überspitzt formulierten Forderung wird deutlich, wenn sich Betriebsinhaber einmal klarmachen, dass sie einschließlich möglicher Überziehungszinsen je nach Bank mittlerweile Zinssätze von bis zu 18 (!) Prozent zahlen. Ein teures "Vergnügen", wenn man bedenkt, dass mittelfristige Darlehen bereits für 6 bis 8 Prozent zu haben sind und eine Umschuldung meist problemlos möglich ist. In der Praxis ist es bei vielen Betrieben jedoch nach wie vor üblich, nicht nur kurzfristige Kosten wie etwa bei Gehältern und Mieten, sondern auch mittel- und langfristig wirksame Aufwendungen etwa für die Modernisierung der Geschäftsausstattung über das Geschäftskonto und damit fast zwangsläufig über den Überziehungskredit laufen zu lassen. Eine weitere Alternative ist der so genannte "Abrufkredit", der zwar ähnlich wie der Überziehungskredit genutzt werden kann, bei dem aber auch regelmäßige Tilgungsraten obligatorisch sind und der vor allem billiger ist. (Michael Vetter)
Finanztipp: Teure Überziehungen
Kontoüberziehungen erscheinen praktisch – schließlich räumen Banken damit problemlos Kredite ein. Doch sollte man nicht vergessen, dass sich Finanzinstitute diesen Service teuer bezahlen lassen.