26 Automodellreihen sind deutschlandweit nicht mit dem Fahrerassistenzsystem ESP ausgerüstet, meldet die Unfallforschung der Versicherer (UDV). Darüber hinaus gebe es 15 Baureihen, bei denen keine Modellvariante serienmäßig mit dem "Schleuder-verhinderer" ausgerüstet ist, hieß es in einer Mitteilung. Das ergab eine aktuelle Untersuchung des Forschungsverbundes in Berlin, für die 296 Baureihen von 38 Autoherstellern aus Modelljahr 2009 überprüft wurden. Der Anteil der Baureihen, die serienmäßig mit ESP ausgerüstet sind, hat in den vergangenen Jahren zwar stetig zugenommen und liegt für das Modelljahr 2009 bei 72 Prozent. Allerdings ist der Anteil der Modellreihen, für die kein Fahrzeug mit ESP erhältlich ist, bei 9 Prozent geblieben, eine aus Sicht der UDV ärgerliche Stagnation. Noch immer haben nur zwei von 17 Modellreihen des "Mini-Segments" serienmäßig ESP an Bord (Smart, Toyota IQ). Und 10 Modellreihen dieser Fahrzeugklasse bieten kein einziges Modell serienmäßig mit ESP an. Vor diesem Hintergrund wirkt sich die Umweltprämie negativ auf die Verkehrssicherheit aus: Angesichts des durch die Förderung angeheizten Trends zu "Billigautos" würden vermehrt Autos ohne ESP gekauft, so die UDV. Die Taktik, ESP nur gegen Aufpreis anzubieten, halten die Unfallforscher für verfehlt. Kleinwagenkäufer seien nur selten bereit, dafür 300 Euro oder mehr auszugeben. So orderten nach Informationen des UDV im letzten Jahr lediglich zwei von 100 Käuferinnen und Käufer eines Peugeot 206 das optionale ESP, beim VW Fox waren es 11 von 100. (msh)
Assistenzsysteme: Viele fahren ohne Schutzengel
Einer Untersuchung der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zufolge werden zu viele Neuwagen in Deutschland ohne ESP ausgeliefert. Dieser Trend wird durch die Abwrackprämie noch verstärkt.