Das Jahr 2010 ist nach Aussage aller Branchenexperten deutlich besser gelaufen als erwartet. Der Service brummt, im Unfallreparaturgeschäft herrscht witterungsbedingt trotz zunehmendem Preisdruck der Versicherer aktuell Zufriedenheit und selbst der Gebrauchtwagenhandel ist in diesem Jahr ein Quell der Freude. Allerdings klagen manche Händler darüber, dass sie mehr junge Gebrauchte verkaufen könnten, wenn sie nur welche bekommen würden. Auch das ist eine Folge des Krisenjahres 2009, als vor allem Leasing- und Großkunden ihr Bestellvolumen an Neufahrzeugen deutlich reduziert hatten.
Die Zuwachsraten, die sich vor allem im Service- und Teilegeschäft abzeichnen, sind geradezu unglaublich. Über 20 Prozent Wachstum melden manche Teilehandelsorganisationen, und das obwohl gerade der freie Teilehandel, nach Aussage des Branchenverbands,2009 kein Krisenjahr hatte (vgl. Beitrag S. 46). Auch die Teileindustrie, in der einige Unternehmen bis in das zweite Quartal 2010 hinein noch Kurzarbeit meldeten, kann die Auftragsanfragen derzeit kaum befriedigen und kommt mit der Auf-tragsbearbeitung kaum hinterher. Als Beobachter des Geschehens fragt man sich verwundert, wie so etwas nach den Horrormeldungen zum Ende des letzten Jahres passieren konnte. Keine der vielen Prognosen zum Jahresausklang 2009, die einen „weiteren dramatischen Rückgang“ für die gesamte Branche vorhersagten, ist tatsächlich eingetreten – zum Glück. Es bleibt allenfalls das mulmige Gefühl, dass es fast zu gut läuft, um wahr zu sein, und dass das in Sachen Krise noch nicht alles gewesen sein kann.
Wir hoffen, dass Sie und Ihr Team in diesem Jahr kräftig von dem Aufschwung profitiert haben. Für 2011 möge die positive Entwicklung für uns alle anhalten. Wir verabschieden uns in die Feiertage mit dem Motto eines Branchenkenners: alles wird gut – auch 2011!
Frank Schlieben, asp-Chefredakteur