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¬ Biokraftstoff-Pflichtbeimischung

- Wieviel Prozent können den an einigen Zapfsäulen bereits jetzt erhältlichen E10-Ottokraftstoff tanken?
Viele Fahrzeuge vertragen keinen höheren Ethanolanteil
Offenbar mehr Fahrzeuge als bislang angenommen können wegen einer erhöhten Biospritbeimischung ab 2009 nicht mehr herkömmlichen Superkraftstoff tanken. Nachdem BMW vergangene Woche erklärte, dass nur nach 1998 produzierte Fahrzeuge für eine Betankung mit dem so genannten E10-Kraftstoff (dem herkömmlichen Kraftstoff wird zehn Prozent Ethanol beigemengt) geeignet sind, räumte Volkswagen auf Nachfrage von AUTO SERVICE PRAXIS ein, dass 200.000 Einheiten der ersten FSI-Motorengeneration (Bauzeitraum 2000 bis 2003) nicht E10-tauglich sind.
Viele andere Hersteller prüfen derzeit noch. So kann Renault derzeit nur zusagen, dass ab Mitte dieses Jahres gebaute Fahrzeuge den Kraftstoff vertragen. Der Verband der Automobilwirtschaft (VDA) hat die Anzahl der betroffenen Fahrzeuge dagegen nur auf 375.000 taxiert. Diese Summe dürfte aber allein schon von BMW übertroffen werden. Von der Marke sind in Deutschland laut aktueller KBA-Statistik knapp 2,7 Millionen Pkw zugelassen. Insgesamt sind etwa 40 Prozent der in Deutschland registrierten Autos älter als zehn Jahre und der Anteil an Fahrzeugen mit Ottomotor ist in diesem Segment bekanntlich deutlich höher.
E10 wird beim Otto-Kraftstoff im kommenden Jahr Standard an den deutschen Zapfsäulen. Dies legt das seit 1. Januar 2007 gültige Biokraftstoffquotengesetz fest. Dort ist zwar eine Mindestquote von 6,25 Prozent für das Jahr 2009 festgeschrieben. Diese Zahl bezieht sich allerdings nur auf den Energiegehalt. "Bezogen auf das Volumen bedeutet das für Ethanol eine Mindestbeimischung von 9,6 Prozent", erklärte die Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Barbara Meyer-Bukow, gegenüber AUTO SERVICE PRAXIS Online.
Herkömmlicher Sprit wird deutlich teurer
Fahrzeuge, die technisch nicht für eine Betankung mit dieser erhöhten Ethanolmenge geeignet sind, können ab 2009 nur noch Super Plus tanken, so Meyer-Bukow weiter. Dies ist derzeit fünf bis sechs Cent pro Liter teurer als Super- und das noch erhältliche Normalbenzin. Allerdings wird durch die Ethanolbeimischung auch der herkömmliche Kraftstoff teurer. Hinzu kommt ein höherer Spritverbrauch. "Wenn ich beides zusammenzähle und den Mehrverbrauch auf den Liter umrechne, ergeben sich Mehrkosten in Höhe von sechs Cent", sagte der Hauptgeschäftsführer des MWV, Klaus Picard, gegenüber dem ZDF-Magazin "Frontal 21".
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) will laut ZDF jetzt überprüfen lassen, wie viele Altfahrzeuge tatsächlich auf das Super Plus angewiesen sind. Gegenüber dem Sender erklärte er, die 375.000 Fahrzeuge seien eine Zahl des VDA und Basis dessen, was die Bundesregierung als Verordnung beschließen werde. "Wir verlassen uns darauf, dass die Vorstandsvorsitzenden der deutschen Automobilunternehmen, die im Vorstand des VDA sitzen, denen die richtigen Zahlen gesagt haben." Sollten die Zahlen falsch sein, so Gabriel, "haben wir ein Problem". Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums ließ sich gegenüber AUTO SERVICE PRAXIS Online sogar zu der Aussage hinreißen, dass in einem solchen Falle die Beimischungsquote nochmals auf den Prüfstand müsse. (Niko Ganzer)
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