Auf dem Deutschen Verkehrsgerichtstag, der in diesen Tagen in Goslar stattfindet, wurde heute ein Thema angesprochen, dass die Gebrauchtwagen-Branche in letzter Zeit mehrfach beschäftigt: Tacho-Manipulation. Für die tagenden Experten alles andere als ein Kavaliersdelikt. Peter Macke, Präsident des Gerichtstags, verwies darauf, dass in Deutschland unter Umständen Millionen Autos mit stillgelegten Kilometerzählern unterwegs sind: "Bei bis zu jedem dritten Gebrauchtwagen ist der im Tachofenster angezeigte Kilometerstand manipuliert", so Macke, der davon ausgeht, dass der dadurch verursachte Schaden in die Milliarde geht. Ein besonderes Problemfall stellt dabei das World Wide Web da. Macke: "Für solche Manipulationen bieten sich im Internet windige Ein-Mann-Unternehmen frech weg als Tachoservice und ähnliches an." Der Sprecher des Auto Club Europa (ACE), Rainer Hillgärtner, fordert vor diesem Hintergrund, dass "solchen betrügerischen Firmen" das Handwerk gelegt werden müsse. GW-Händler sollten immer ein "gesundes Misstrauen" mitbringen. Für den Präsidenten des Gerichtstags muss das Übel bei der Wurzel gepackt werden. Die Kfz-Hersteller seien aufgerufen, technisch sicherzustellen, dass Kilometerstands-Manipulationen entweder gar nicht möglich oder für jedermann auf Anhieb erkennbar sind. Zwar gibt es mittlerweile entsprechende Einrichtungen, diese seien aber teuer und würden bislang nur in der Oberklasse eingebaut. Laut Gunter Zimmermeyer, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA), werde sich diese Technik mittelfristig auch in der Mittelklasse durchsetzen. (od)
Verkehrsgerichtstag fordert Maßnahmen gegen Tacho-Manipulationen
Veränderungen des Kilometerzählers bei jedem dritten Pkw befürchtet / Problemfall: Anbieter im Internet