ZDK-Mitgliederversammlung: Verband rüstet sich für Zukunft ohne GVO

04.06.2008 15:52 Uhr
Alter und neuer ZDK-Präsident: Robert Rademacher
© Foto: ZDK

Die Branche steht laut dem wiedergewählten Verbandspräsident Rademacher auch ohne branchenspezifische Wettbewerbsregeln den zukünftigen Herausforderungen keineswegs ohnmächtig gegenüber. Im Servicebereich rechnet er mit einem Fortbestehen eines vertraglichen Autorisierungsanspruchs.

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat offenbar keine große Hoffnung mehr, dass nach Ablauf der aktuellen Gruppenfreistellungsverordnung neue branchenspezifische Wettbewerbsregeln von der Europäischen Union erlassen werden. Der auf der Mitgliederversammlung in Berlin wiedergewählte Verbandspräsident Robert Rademacher erklärte auf einer Pressekonferenz in Berlin, man werde auf dem Treffen mögliche Konsequenzen für die Zeit nach 2010 diskutieren, "wenn eine gruppenspezifische Regelung wie die heutige entfällt". Bereits errungene Freizügigkeiten für die Branche stünden wieder auf dem Spiel, sagte Rademacher. Insbesondere im Bereich Kündigungsschutz für Vertragsbetriebe seien negative Auswirkungen zu befürchten. Als Beispiele nannte er Streitfragen um Kündigungsfristen und den Investitionsschutz für Händler. Allerdings werde der Handel auch im Falle einer Abschaffung der GVO nicht zum wehrlosen Spielball der Hersteller. Viele Betriebe seien "unverzichtbare Partner", mit denen die Autobauer weiter lukrative Geschäftsbeziehungen pflegen wollten. Diese Marktmacht werde sich allerdings auf weniger brachiale Weise Bahn brechen als im Agrarsektor: "Der Milchbauernstreik ist für uns kein Vorbild", witzelte der ZDK-Präsident. Da Rademacher damit rechnet, dass auch nach 2010 zumindest im Servicebereich ein vertraglicher Autorisierungsanspruch bestehen wird, könnte für viele Betriebe die Zukunft sogar rosiger als die Gegenwart aussehen. Dies gelte für den Fall, dass sich ein Unternehmer von der "Vertriebsknute" des Hersteller befreien, und nur noch durch die in der Regel lukrativeren Serviceverträge vertraglich gebunden sei. Insofern habe auch der klassische Familienbetrieb mit kleiner bis mittlerer Größe eine Perspektive. Auch wenn bedingt durch politischen Entscheidungsstau, Kaufkraftverlust und sinkende Fahrleistungen die Konsolidierungswelle in diesem Jahr erneut durch die Branche mit ihren 39.500 Betrieben und 468.000 Beschäftigten rollen werde: "Die Kombination aus unterschiedlichsten Unternehmensprofilen im Automobilhandel und im Automobilservice wird auch zukünftig das Gesicht des Kfz-Gewerbes bestimmen", erklärte Rademacher abschließend.

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