Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) will die von den explodierenden Stahlpreisen geschwächten Zulieferbetriebe anschieben. "Wir waren uns im Vorstand einig, dass die Zulieferer nicht im Stich gelassen werden, wenn es auf Grund des externen Drucks durch die Stahlpreise zu existenzgefährdenden Situationen kommt", sagte Verbandspräsident Bernd Gottschalk der "Welt am Sonntag". Dafür gebe es aber keine Einheitslösung, denn nicht nur die betroffenen Zulieferer und ihre Produkte seien völlig verschieden, auch die Einkaufsstrategien und die Lage der Fahrzeughersteller erlaubten nur individuelle Lösungen. Nach den Worten Gottschalks sind vor allem ertragsschwache Unternehmen in Gefahr geraten: "Die Höhe und Schnelligkeit, mit der die Stahlpreise anzogen, haben viele Zulieferunternehmen schwer unter Druck gesetzt." Dabei seien die Auswirkungen um so härter, je dünner die Ertragsdecke und je mehr das Unternehmen auf den Spotmarkt angewiesen seien. Doch Gottschalk sieht keinen Grund zur Panik. "Die Lieferkette in der Automobilindustrie hält, und ich hoffe, dass die aktuellen Signale für eine erste vorsichtige Beruhigung der Lage sich verfestigen", erklärte er weiter. Die deutschen Stahlpreise lagen dem Bericht zufolge im Mai im Schnitt um 17,6 Prozent über denen des Vorjahresmonats und damit auf dem höchsten Stand seit 1989. (rp)
VDA will Zulieferern unter die Arme greifen
Zeitung: Für ertragsschwache Unternehmen sollen individuelle Lösungen zusammen mit den Autoherstellern entwickelt werden