Studie: Umweltprämie macht ihrem Namen Ehre

07.09.2009 05:26 Uhr
Der Tausch alt gegen neu hat sich laut einer Studie umweltpolitisch bezahlt gemacht.
© Foto: Autoreporter.net

Nach einer aktuellen Erhebung liegen Spritverbrauch und CO2-Ausstoß der knapp zwei Millionen geförderten Autos um rund 20 Prozent niedriger als bei den abgewrackten Wagen. Umweltschützern ist das nicht genug.

Die Abwrackprämie bringt einer Studie zufolge mehr für die Umwelt als von Kritikern vermutet. Nach einer Erhebung des Instituts für Energie- und Umweltforschung (IFEU) im Auftrag des Bundesumweltministeriums liegen der Spritverbrauch und der CO2-Ausstoß der knapp zwei Millionen geförderten Autos um rund 20 Prozent niedriger als bei den abgewrackten Autos. Bei den klassischen Luftschadstoffen seien es sogar teils bis zu 99 Prozent weniger, teilte das Ministerium am Samstag in Berlin mit. Eine Fortsetzung der Prämie schloss Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erneut aus: "Die Umweltprämie wird nicht verlängert", sagte sie dem "Münchner Merkur". Die Prämie sei richtig gewesen, "um die Nachfrage in Deutschland zu stärken, als der Export total zusammenbrach", sagte Merkel der Zeitung. Die Lage habe sich aber gebessert. Im August gab die Prämie dem deutschen Automarkt laut Kraftfahrt-Bundesamt noch einmal einen kräftigen Schub. Der Bund hatte einen Fördertopf von fünf Milliarden Euro bereitgestellt. Autokäufer, die einen mindestens neun Jahre alten Wagen verschrottet und einen neuen gekauft hatten, erhielten eine Summe von 2.500 Euro. Experten warnten, nach dem Auslaufen der Prämie drohten der deutschen Autoindustrie ein Absatzeinbruch und Jobverluste. Im Durchschnitt lag das Alter der verschrotteten Autos der Studie zufolge bei mehr als 14 Jahren. Der Ersatz durch neue Autos führe zu deutlich geringerem Schadstoffausstoß: Die Neufahrzeuge stoßen demnach im Schnitt 99 Prozent weniger Rußpartikel, 87 Prozent weniger Stickoxide und 74 Prozent weniger Kohlenmonoxid aus. Damit komme die gesamte deutsche Autoflotte auf einen Schlag auf fast ein Zehntel weniger Benzol, fünf Prozent weniger Stickoxide und vier Prozent weniger Partikel, sagte Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD). "Die Behauptung, die Prämie habe der Umwelt nichts gebracht oder ihre Umweltbilanz sei sogar negativ, ist sachlich falsch und durch unsere Studie glatt widerlegt." Laut Studie gilt dies auch, wenn man den Energieaufwand und den CO2-Ausstoß bei der Herstellung und Entsorgung eines Autos mit berücksichtigt. Alte Autos würden zerlegt und die Einzelteile weitestgehend wiederverwertet. "Die Verwertungsquote liegt heute bei über 90 Prozent", heißt es in der Studie. Nur noch zehn bis 20 Prozent des Energieaufwandes und damit in etwa auch der CO2-Emission des gesamten Lebensweges eines Autos lägen in der Produktions- und Verwertungsphase. "Den Hauptteil verursacht die Nutzung des Fahrzeugs, vor allem der damit verbundene Verbrauch an Kraftstoffen", hieß es.

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