Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat ihre medialen Attacken gegen den Hersteller von Nachrüstfiltersystemen, die GAT Katalysatoren GmbH, fortgesetzt. Der Verband zitiert aus einem internen Hersteller-Rundschreiben von Opel an die Vertragsbetriebe, in dem ein Vergleichsgutachten des TÜV Hessen publiziert wird. Dieses habe bei einem Opel Vectra C 2,2 l (92 kW) ergeben, dass der Einsatz des GAT "EuroFilter"-Systems zu "keiner ausreichenden Partikelreduktion", einer "Überschreitung zulässiger Grenzwerte gasförmiger Schadstoffe", einem "signifikant höheren" Abgas-Gegendruck mit möglichen Folgeschäden an Turbolader, Motor und Motorkomponenten sowie einem "Leistungsverlust" und damit einer geringeren Höchstgeschwindigkeit führen kann. Ein Opel-Sprecher bestätigte gegenüber AUTO SERVICE PRAXIS Online im Wesentlichen die von der DUH gemachten Angaben. Die Ergebnisse stammten aus einem von Opel im März in Auftrag gegebenen Vergleichstest. Die Ergebnisse seien dem Hersteller im Juli zugegangen und nun im "Opel Partner.net" veröffentlicht worden, allerdings ohne eine direkte Warnung vor den GAT-Filtern auszusprechen. "Dem Betrieb bleibt selbst überlassen, ob er die Systeme weiter einbaut oder nicht", erklärte der Sprecher. GAT-Vertriebsleiter Ulrich Gura erklärte dagegen auf Anfrage, das zitierte Gutachten sei nicht von Opel, sondern einer Werkstattkette in Auftrag gegeben worden. Dieses könne gar nicht die nun publizierten Ergebnisse liefern, da diese "teilweise gar nicht gemessen wurden". Nach wie vor rechne man mit einem positiven Ergebnis der beiden vom KBA erneut in Auftrag gegebenen Tests der GAT-Filter nach den gesetzlichen Prüfkriterien. Wann dieses genau vorliegt, konnte Gura noch nicht sagen. "Diese beiden Einzelüberprüfungen reichen angesichts zahlreicher weiterer baugleicher Systeme für andere Pkw-Modelle nicht aus", kritisierte dagegen die DUH. Bundesumweltminister Gabriel müsse das Problem "grundsätzlich" lösen, forderte der Verband. (ng)
Filterstreit: Umwelthilfe: GAT-Nachrüstfilter versagt bei einem Opel
Hersteller informiert Vertragsbetriebe über negative Testergebnisse / GAT setzt auf KBA-Test