Gemeinsam mit dem einheimischen Mischkonzern Dogus und dem Bauunternehmen Akfen hat der TÜV Süd von der Privatisierungsbehörde des türkischen Finanzministeriums den Zuschlag für die Übernahme der Kfz-Hauptuntersuchungen nach deutschem Vorbild erhalten. Dies gab das Unternehmen heute bekannt. Vorbehaltlich der Klärung letzter Detailfragen, die u.a. die Finanzierung und die Exklusivität des Auftrags betreffen, sollen die Verträge in den nächsten Tagen in Ankara unterzeichnet werden. Die Laufzeit beträgt den Angaben zufolge 20 Jahre. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf umgerechnet rund 568 Mio. Euro. Das Projekt war international ausgeschrieben worden. Das Dreier-Konsortium bündele seine Aktivitäten auf dem Gebiet der periodischen Kraftfahrzeuguntersuchung in der Türkei unter dem Dach der TÜV Turk AG, hieß es in der Mitteilung. An dem neuen Unternehmen, das bis Ende des kommenden Jahres landesweit rund 190 Service-Zentren und 38 mobile Prüfanlagen errichten und ausrüsten will, ist jeder Partner jeweils zu einem Drittel beteiligt. Die TÜV-Stationen, die neben den Haupt- auch Abgasuntersuchungen anbieten werden, sollen im Wesentlichen von Franchisenehmern betrieben werden. Durch die Privatisierung der Hauptuntersuchungen werden laut TÜV Süd in der Türkei kurzfristig rund 2.000 und mittelfristig über 3.000 Arbeitsplätze geschaffen. Zur Zeit sind dort rund zehn Mio. Kraftfahrzeuge zugelassen. Mit 95 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner erreicht die Motorisierungsrate etwa 20 Prozent des Wertes der Bundesrepublik. Nach Branchenhochrechnungen wird der Kfz-Bestand in der Türkei allerdings jährlich um etwa sieben Prozent wachsen. Die Qualität der in der Türkei zugelassenen Automobile sei sehr unterschiedlich. Während sie in den Ballungszentren von Ankara, Istanbul und Izmir durchaus westlichem Standard entspriche, sei sie in der Fläche eher schlecht. Nach den Worten von TÜV-Süd-Chef Peter Hupfer ist die Einführung qualitativ hochwertiger periodischer Fahrzeugüberprüfungen eine vorausschauende Maßnahme der Türkei zur Realisierung der EU-Ziele im Hinblick auf Verkehrssicherheit und Umweltschutz. Türkei als zentraler Brückenkopf "Es ist das größte Projekt in der Geschichte von TÜV Süd“, so Vorstandsvorsitzender Peter Hupfer. Die Türkei sei ein zentraler Brückenkopf zu den Ländern Libanon, Iran, Irak und Syrien, in denen sich Kraftfahrzeug-Reihenuntersuchungen in Vorbereitung oder Planung befinden. (ng)
TÜV Süd übernimmt Kfz-Überprüfung in der Türkei
Bis Ende 2006 sollen 190 Service-Zentren errichtet werden / "Größtes Projekt in der Unternehmensgeschichte"