Saab steht kurz vor der Pleite. Das Traditionsunternehmen scheiterte am Donnerstag mit seinem Antrag auf Gläubigerschutz vor einem schwedischen Gericht. Unmittelbar nach Bekanntgabe der ablehnenden Entscheidung im kündigten Gewerkschaftsvertreter einen Insolvenzantrag wahrscheinlich schon in den nächsten Tagen an. Nur so könnten sie die Auszahlung der August-Löhne und -Gehälter durch einen staatlichen Garantiefonds sichern. Am Saab-Stammsitz Trollhättan nördlich von Göteborg war für die fälligen Lohnzahlungen zum Monatsende kein Geld mehr in der Kasse. Saab kündigte Berufung gegen die gerichtliche Ablehnung von Gläubigerschutz an. Der niederländische Konzernchef Victor Muller sagte dem Rundfunksender SR, er sei von der Entscheidung des Gerichts überrascht und enttäuscht. Saab hatte den Gläubigerschutz am Vortag beantragt, um das Unternehmen unter Führung eines vom Gericht bestellten Verwalters zu sanieren und eine Insolvenz so zu vermeiden (wir berichteten). Das Gericht begründete seinen ablehnenden Bescheid mit unzureichenden Angaben des Unternehmens darüber, wie eine dauerhafte Sanierung finanziert werden solle. "Die Produktion konnte trotz aller Anstrengungen seit Ende März nicht in Gang gehalten werden", monierte das Gericht in seiner schriftlichen Begründung. Finanzierungskonzept unzureichend Auch seien die Angaben über eine von zwei chinesischen Unternehmen zugesagte Finanzierung über 245 Millionen Euro "sehr allgemein gehalten" und unzureichend. Muller hatte den angekündigten Einstieg des relativ kleinen chinesischen Autoherstellers Youngman und des Großhändlers Pang Da als entscheidende Weichenstellung für das Wiederanlaufen der Produktion bezeichnet. Einen Termin konnte er nicht nennen, weil die Genehmigung durch Chinas Behörden noch ausstehe.
Kein Gläubigerschutz: Saab steht vor dem Aus
Der Autobauer ist mit seinem Antrag auf Gläubigerschutz gescheitert. Das zuständige Gericht befand das Sanierungskonzept als nicht glaubwürdig. Damit gilt eine Pleite als unausweichlich.