Nick Reilly: Opel plant kleines Elektroauto

01.03.2010 09:12 Uhr
Ehrgeizige Pläne: Opel-Chef Nick Reilly
© Foto: Torsten Silz/ddp

Der batteriebetriebene Kleinwagen solle unterhalb des Corsa angesiedelt werden, sagte der Opel-Chef der "Bild am Sonntag" und kalkuliert staatliche Subventionen offenbar bereits ein - ganz anders als VDA-Präsident Matthias Wissmann.

Opel will mit einem kleinen Elektroauto neue Käuferkreise in Städten erschließen. "Ich gehe davon aus, dass verschiedenen Regierungen solche Fahrzeuge steuerlich fördern werden", sagte Opel-Chef Nick Reilly der "Bild am Sonntag". Der batteriebetriebene Kleinwagen solle unterhalb des Corsa angesiedelt werden. "Da sehen wir weltweit in den Innenstädten großes Potenzial", unterstrich der Opel-Chef nach rund 100 Tagen in Amt. In der "Welt am Sonntag" kündigte Reilly an, Opel wolle bis 2015 den Pkw-Absatz von heute 1,2 Millionen um 500.000 Autos steigern. Für dieses Jahr sagt er jedoch kein gutes Ergebnis voraus: "Licht am Horizont sehe ich ab 2011. Ab 2012 wollen wir wieder Gewinne machen". Zu Forderungen, der Mutterkonzern General Motors (GM) müsse sein finanzielles Engagement zur Sanierung der Marke verstärken, sagte Reilly: "GM hat Opel nicht behalten, um die Marke kaputtgehen zu lassen." Opel-Mutter GM hatte Ende Januar angekündigt, als erster US-amerikanischer Autohersteller selbst Elektromotoren zu entwickeln und zu fertigen. Die Aggregate sollen in reinen Elektroautos sowie in Hybridfahrzeugen zum Einsatz kommen. Die ersten Modelle mit dem hauseigenem Antrieb sollen 2013 auf den Markt kommen. Zuvor schon soll 2011 das Elektroauto Opel Ampera verkauft werden. Bislang war GM eher durch seine spritschluckenden Pick-up und Geländewagen aufgefallen. Wissmann will keine Subventionen Während Reilly offenbar bereits vor der Modelleinführung staatliche Förderungen einkalkuliert, spricht der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) eine andere Sprache. Für die Einführung von Elektroautos wolle die deutsche Autoindustrie keine Subventionen von der Bundesregierung, sagte Matthias Wissmann der "Süddeutschen Zeitung". Dem Projekt "Better Place" des ehemaligen SAP-Vorstands Shai Agassi, weltweit ein Netz austauschbarer Batterien aufzubauen (wir berichteten), erteilte er eine klare Absage. "Mit Allerweltsautos können sie solche austauschbaren Batterien benutzen. Mit deutschen Markenautos sollte man ein solches Modell nicht verfolgen. An solch einer gesichtslosen Mobilitätskultur können wir kein Interesse haben." (dpa/ng)

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