Das derzeit in der Bundesregierung diskutierte zweite Konjunkturpaket muss nach Ansicht des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) stärker als bisher die Produkte und Dienstleistungen der Autohäuser und Werkstätten einbeziehen. Daher hat ZDK-Präsident Robert Rademacher heute vor Journalisten in Bonn eine Umweltprämie für den Kauf von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen der Emissionsklassen Euro 4 bis 6 und eine Einbeziehung von automobilen Serviceleistungen in die Steuerprivilegierung gefordert. Letzteres sei dringend geboten, weil das Kfz-Gewerbe mit am stärksten von der Schwarzarbeit betroffen sei. Rademacher zitierte eine Untersuchung der Deutschen Automobiltreuhand, wonach der Branche dadurch jährlich etwa sieben Millionen Aufträge und ein Umsatzvolumen von rund drei Milliarden Euro entgehen. Eine Umweltprämie bis zu 3.000 Euro könne nach "vorsichtigen" Schätzungen des Verbandes rund 200.000 Autokäufe, hälftig neu und gebraucht, auslösen. Ein derart signifikanter Marktimpuls bringe zudem eine zusätzliche Mehrwertsteuer-Einnahme von rund 500 Millionen Euro. Rademacher verwies auf die positive Erfahrung mit einer Prämie in Frankreich, wo allerdings nur Neuwagenkäufe mit bis zu 1.000 Euro gefördert werden (wir berichteten). In der morgigen Kanzlerrunde mit Mittelstands-Themen wolle man eine gestaffelte Umweltprämie ins Spiel bringen: Ein "Upgrade" von Euro 2 oder schlechter in Euro 4, könne mit 1.500 Euro, ein zwei- oder mehrstufiger Aufstieg in Euro 5 oder Euro 6 mit bis zu 3.000 Euro belohnt werden. "Modernisierung umweltpolitisch zwingend" Die Modernisierung des alten Pkw-Bestandes sei umweltpolitisch geradezu zwingend, sagte Rademacher mit dem Hinweis auf rund zwölf Millionen Pkw der Klassen Euro 2 und schlechter. Für diese mehrheitlich von privat gehaltenen Fahrzeugen sei eine Umweltprämie sinnvoll. Sie könne auch das noch bestehende Vakuum bis zur neuen Kfz-Steuer überbrücken.
Umweltprämie und Steuerprivilegierung: Neuer Wunschzettel für Angela Merkel
Der bisherige Schwerpunkt politischer Hilfen für Hersteller, Zulieferer und das Produkt Neuwagen muss in einem zweiten Konjunkturpaket durch mittelstandspolitische Komponenten ergänzt werden, fordert das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe. Der Wunsch nach einer CO2-basierten Kfz-Steuer könnte sich laut einem Zeitungsbericht früher als erwartet erfüllen.