Etwa ein Drittel aller Unfallopfer kommt nachts zu Tode. Unfallforscher gehen davon aus, dass bei etwa jedem zweiten Nachtunfall auch die Sichtverhältnisse und optische Wahrnehmungsprobleme zur Gefahrensituation geführt haben. Siemens VDO arbeitet derzeit an einem Infrarot-Nachtsichtsystem, das nach Angaben der Entwickler bis zu 150 Meter vorausblicken kann. Das elektronisch aufbereitete Video-Bild von "Night Vision" könne wahlweise in einem so genannten Head-up-Display in der Windschutzscheibe oder auf einem TFT-Monitor im Cockpit angezeigt werden. Auf diesem Schwarz-Weiß-Bild sehe der Fahrer die nächtliche Straße so gut wie mit einem Bi-Xenon-Fernlicht, selbst wenn er lediglich das auf eine Leuchtweite von etwa 60 Metern ausgelegte Abblendlicht eingeschaltet habe. Als nach eigenen Angaben erster Automobilzulieferer hat Siemens VDO mit dieser Technologie in einem Prototyp auch eine Fußgängermarkierung im Videobild verwirklicht: Auch Personen außerhalb des Lichtkegels werden damit auf dem Monitor mit einem Warnsymbol gekennzeichnet. Dieses Warnsystem werde aber noch einige Entwicklungszeit bis zur Serientauglichkeit in Anspruch nehmen. Dagegen sei die Vorentwicklung für Night Vision bereits abgeschlossen. Geplant ist eine Serienfertigung für das Jahr 2008. Ein von Mercedes für die neue S-Klasse ab Herbst angekündigtes Nachtsichtsystem sei nicht von Siemens VDO, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Bei dem neuen Oberklassemodell der Schwaben wird das Bild der Infrarotkamera auf einem Kombiinstrument zwischen Tachometer und Drehzahlmesser und nicht in der Windschutzscheibe angezeigt. (ng)
Nachtsichtsystem fürs Auto soll Unfälle bei Dunkelheit reduzieren
Serienstart von "Night Vision" ist für 2008 geplant