Fast alle Autofahrer halten Assistenzsysteme für sinnvolle Erfindungen, die das Fahren zumindest zum Teil sicherer machen. 48 Prozent sehen aber auch die Gefahr der Ablenkung. Sogar 60 Prozent bringen Fahrerassistenzsystemen wie Abstandsregeltempomat, Spurwechsel- oder Nachtsichtassistent Skepsis entgegen. Dies ergab eine aktuelle Umfrage unter fast 2.000 Autofahrern an TÜV Süd Service-Centern in Sachsen, die am Freitag auf der AMI in Leipzig präsentiert wurde. 42 Prozent der Befragten seien bereit, für einen Wagen auf dem neuesten Stand der Technik und Elektronik mehr Geld auszugeben. "Die Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Autofahrer mehr Sicherheit durch mehr Elektronik durchaus begrüßt", sagte Horst Schneider, Sprecher der Geschäftsführung der TÜV Süd Auto Service GmbH. Die Weiterentwicklung technisch möglicher und sinnvoller Sicherheits- und Assistenzsysteme sei zu forcieren. Wenn überhaupt, dann sei nur mit Hilfe der Fahrerassistenzsysteme die Zielvorgabe der Europäischen Kommission zu erreichen, die Zahl der Verkehrstoten von etwa 52.000 im Jahr 2000 bis 2010 zu halbieren. Für die Interaktion zwischen Fahrer und elektronischem Helfer sind laut Schneider drei Faustregeln zu beachten: Das Assistenzsystem darf den Menschen am Steuer nicht zu sehr ablenken, die Bedienung darf ihn nicht überfordern und der Assistent darf nicht gängeln. "Wir müssen auch versuchen, die Autofahrer stärker für die elektronische Ausstattung ihrer Fahrzeuge zu interessieren: Nur wer die Bedienungsanleitung des Wagens kennt, weiß, welche Assistenten im Falle eines Falles helfen", so Schneider weiter. (ng)
TÜV Süd Umfrage: Mehr Sicherheit durch mehr Elektronik?
Eine fast hundertprozentige Zustimmung gibt es unter sächsischen Autofahrern für Assistenzsysteme. Gegenüber den neuen elektronischen Helfern wie Abstandsreglern gibt es dagegen mehrheitlich noch Skepsis.