Die Deutsche Umwelthilfe befürchtet, dass mehr Autohalter von mangelhaften Rußfiltern betroffen sind als bisher angenommen. So habe eine heute vom Verband veröffentlichte Umfrage bei den Finanz- und Umweltministerien der einzelnen Bundesländer für die Jahre 2006 und 2007 eine Gesamtzahl von 270.591 steuerlich geförderten Partikelfilter-Nachrüstungen ergeben. Dies seien 100.000 mehr als die von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel anlässlich einer gemeinsamen Sitzung der Bundestagsausschüsse für Umwelt und Verkehr Anfang März genannte Zahl. Es sei allerdings unklar, wie viele der neu aufgetauchten 100.000 Nachrüstfilter den Herstellern nicht funktionierender Systeme zuzuordnen sind."Alle Versuche, die Ungereimtheiten bei den Zahlen zu klären, scheitern an der Weigerung des Umwelt- und Verkehrsministerium, die tatsächlichen, aktuellen Zahlen zu offenbaren", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die Herausgabe der Zahlen solle daher nun gerichtlich erzwungen werden. Der Verband glaubt, dass in mindestens 60.000 Diesel-Pkw minderwertige Produkte verbaut wurden. Eine Stellungnahme des Ministeriums gegenüber asp gab es bislang nicht. Auch das Beharren Gabriels auf die so genannte "Kulanzregelung" kritisierte der Verband erneut vehement. Dies habe den Filteraustausch faktisch zum Stillstand gebracht. Im vergangenen Monat sei die Zahl bundesweit auf 118 geschrumpft. "Bliebe es beim derzeitigen Tempo, würde der letzte Betrugsfilter etwa im Jahr 2033 ausgetauscht", so Resch. (ng)
Rußfilterskandal: Mehr Autofahrer betroffen?
Eine von der DUH veröffentlichte Umfrage bei den Finanzministerien der Länder weist eine deutlich höhere Gesamtzahl von steuerlich geförderten Partikelfilter-Nachrüstungen aus als bisher angegeben.