Die rund 130 Schiedsstellen des Kfz-Gewerbes hatten im vergangenen Jahr mehr zu tun. Um 5,2 Prozent seien die Beschwerden von Werkstattkunden und Gebrauchtwagenkäufern gestiegen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Dr. Axel Koblitz bei der Vorlage der Bilanzen für die Handwerks- und Gebrauchtwagen-Schiedsstellen. Der Anstieg sei aber nicht das Ergebnis geringerer Arbeits- oder Produktqualität, sondern das positive Resultat einer verstärkten PR-Arbeit für die Schiedsstellen. In Umfragen sei bestätigt worden, dass jeder zweite Autofahrer in Deutschland die Schiedsstellen kenne. 273 Beanstandungen wurden abgewiesen Von den insgesamt 14.590 (Vorjahr 13.758) Beanstandungen bei den Schiedsstellen im Kfz-Handwerk wurden 1.196 (Vorjahr 1.100) von der Schiedskommission entschieden. Durch Vergleich wurden 524 (Vorjahr 465) Verfahren erledigt, in 84 Fällen (Vorjahr 72) bekam der Kunde in vollem Umfang Recht. Dem Beschwerdeantrag des Kunden wurde in 213 Fällen (Vorjahr 177) teilweise stattgegeben. Abgewiesen wurden 273 Beanstandungen (Vorjahr 311). Leicht gestiegen ist bei den Beschwerdegründen die Rechnungshöhe. In 3.984 Fällen (Vorjahr 3.922) beschwerten sich Kunden über den vermeintlich zu hohen Rechnungsbetrag. Weitere Beschwerdegründe waren "nicht in Auftrag gegebene Arbeiten" in 2.105 Fällen (Vorjahr 2.043), "unnötige Arbeiten" in 1.361 Fällen (Vorjahr 1.347) sowie "unsachgemäße Arbeit" in 2.659 Fällen (Vorjahr 2.408). Die Bilanz zeigt nach Darstellung von Koblitz erneut, dass es den Schiedsstellen als neutraler Kommission für den Verbraucherschutz gelungen sei, den meisten Beschwerden bereits in Vorverfahren ohne gerichtliche Auseinandersetzung abzuhelfen. Dies erfolgte in 10.276 Fällen (Vorjahr 9.664). Dadurch schafften es die Schiedsstellen, Meinungsverschiedenheiten zwischen Kunden und Kfz-Werkstätten schnell, unbürokratisch und für den Verbraucher kostenlos zu regeln. Auch die Gebrauchtwagen-Schiedsstellen seien ihrem Auftrag zur neutralen Schlichtung in vollem Umfang gerecht geworden. 3.965 Gebrauchtwagenkäufer haben sich 2001 (Vorjahr 3.805) bei den Gebrauchtwagen-Schiedsstellen beschwert. Wie Koblitz abschließend erläuterte, sei der Hauptbeschwerdegrund "technische Mängel" in 1.411 (Vorjahr 1.422) Fällen. Bei 362 Beanstandungen (Vorjahr 549) führten die Kunden "Unfallschaden", in 77 Fällen (Vorjahr 98) "falsche Gesamtlaufleistung" an. (dp)
Kfz-Schiedsstellen haben mehr zu tun
Anstieg der Beschwerden um fünf Prozent